Rheinwerk Online Marketing Konferenz 2019 – Recap

Rheinwerk Online Marketing Konferenz 2019 – Recap

Der Rheinwerk Verlag lud am 16. Mai 2019 in Köln zu seiner ersten Online Marketing Konferenz. Unter dem Motto „Deep Dive into Marketing“ trafen sich etwa 200 Marketer im Dock One zwischen Rhein und Backstein-Hallen. In zwei Keynotes und Vorträgen drei parallelen Slots nahmen die Speaker ihr Publikum mit auf einem Tauchgang in die Online Marketing Tiefen.

Die Location

Die alten Hafenhallen zwischen Deutz und Mühlheim sind mitten im Umbau und der Rheinwerk Verlag hatte für seine erste Online Marketing Konferenz die bereits hergerichteten Räume von Dock.One gewählt. Während auf dem einen Nachbargrundstück entkernt wurde, wuchsen auf dem anderen Birken auf den Mauerkronen. In der Konferenzhalle aber herrschte moderner Industrie-Chic mit einem beeindruckenden Licht-Konzept.

Für die drei Slots war ein großer Bereich an der Stirnseite der Halle mit deckenhohen Vorhängen abgetrennt. Ein kleinerer Bereich war durch eine Stellwand getrennt. Der dritte Vortragsbereich befand sich auf der Empore der Halle. Da die Empore offen für den Schall der anderen Vorträge war, gab es hier einen besonderen Kniff: Jeder der 80 Plätze hatte Kopfhörer, über die man die Referenten direkt hören konnte.

Auf der zentralen Fläche zwischen den Vortragsbereichen konnte man sich in Sitzgruppen zusammensetzen, in den ausliegenden Büchern des Rheinwerk Verlags blättern und das Catering genießen. Dank weitgehend schönem Wetter saß es sich in den Pausen auch draußen sehr angenehm. Denn nach einigen Stunden wurde die farbige Beleuchtung dann doch anstrengend.

In dieser eindrucksvollen Umgebung begann um 9:15 Uhr der Konferenztag mit der Begrüßung und der ersten Keynote.

Dr. Kerstin Hoffmann: Die Zukunft der digitalen Kommunikation

Die erste Keynote begann mit einem Blick nach Usbekistan. So unpassend das im ersten Moment klingen mag: Die Ausführungen von Frau Dr. Hoffmann über die Rolle von Kommunikationskulturen und die Rolle von digitalen Kanälen für die Kommunikation der Zukunft hatte in der Ex-Sowjetrepublik einen guten Startpunkt.

Wenn in Usbekistans Städten in allen Hotels und Cafés freies WLAN verfügbar ist und Firmen dort nicht E-Mail, sondern Messenger-Dienste für die interne Kommunikation nutzen, dann zeigt dass: Es drohen gerade Wirtschaften an deutschen Firmen vorbeizuziehen, die wir gar nicht im Blick haben. Und zwar durch das Eingehen auf neue Kommunikationsformen und -technologien.

Wer sich überlegen will, wie Menschen in der Zukunft kommunizieren werden, MUSS sich mit Technik geschäftigen. (…) Technologie steuert Kommunikation.

Dr. Kerstin Hoffmann

Den Ablauf disruptiver technischer Änderungen brachte die Referentin am Beispiel von Navigation hervorragend auf den Punkt. Straßenatlas, Navigationsgerät, Navigations-Apps auf dem Smartphone, Google-Maps auf dem Smartphone und schließlich die immer besseren Möglichkeiten rein akustischer Wegleitung:

Genau betrachtet geht es nicht um die Kommunikation der Zukunft, sondern darum Kommunikation als ein System im ständigen Wandel zu begreifen. Ein System dessen einzige Konstante unter den verschiedenen Übergangslösungen der Faktor Mensch ist.

Bevor es konkret um mögliche Formen der Kommunikation in den nächsten Jahrzehnten ging, nahm sich Frau Dr. Hoffmann erst einmal die schwierige Welt der Prognosen vor. Gefühlte Wahrheit, erfragte Wahrheit und gemessene Wahrheit, sowie Zielgruppenkritik gab es im Schnelldurchlauf.

Merke:

Einschätzungen zu sammeln ergibt gutes Klickbait, aber keine gute Grundlage für Prognosen.

 

Laut Frau Dr. Hoffmann gilt es vor allem die aktuellen technischen Möglichkeiten zu beherrschen und mit der Konstanten „Mensch“ zu arbeiten. 

So fliehen Menschen vor Reklame immer wieder in neue, scheinbar geschützte Räume, in die ihnen Marketing dann folgt. Aktuelle Beispiele sind die Plattform TikTok und der Umstand, dass selbst Facebook nicht mehr auf Facebook setzt, sondern nach Wegen sucht private Messenger Nutzung für Werbekunden zugänglich zu machen. Ein weiterer Aspekt des Rückzugs in private und geschlossene Systeme ist, dass die Nutzer so selbst die Informationsflut der digitalen Welt regulieren.  

Durch die Menge zugänglicher Informationen können selbst hochwertige Inhalte schnell „überspült“ werden. Umso wichtiger sind daher die Beziehung zwischen dem Unternehmen und den Kunden über die Marke und die Qualität der Leistung. Ohne diese Grundlagen wird es in Zukunft noch schwieriger in Kommunikation mit Kunden und Umfeld zu treten.

 

Das Sender-Empfänger-Paradigma ist out. Onlinemarketing ist zu 90 % Zuhören. Menschen wollen über sich selbst sprechen. Der Held deiner Story bist nicht du, sondern dein Kunde!

Dr. Kerstin Hoffmann

Dr. Hoffmanns Rat an Marketer:

  • Um in der Informationsflut zu bestehen, muss Marketing Kundennutzen auf den ersten Blick erkennbar machen und Beziehungen zum Kunden aufbauen.
  • Um aktuell zu kommunizieren, müssen unternehmen Plattformen nutzen, sollten sich dabei aber weder abhängig machen, noch verzetteln. 
  • Um erfolgreich und zukunftssicher zu kommunizieren, braucht man eine offene Fehlerkultur und muss interne Strukturen vor externes Marketing setzen.

Olaf Kopp: Kennen Sie Ihre Online-Marketing-Strategie?

Es gibt eigentlich nur zwei Arten von Kontaktmitteln: Werbung und Content. (…) Content braucht immer einen Zweck. Sonst kann man’s lassen.

Olaf Kopp

In seinem Vortrag zur Online-Marketing-Strategie machte Olaf Kopp gleich zu Anfang klar:

Es geht heute nicht mehr um Reichweite und möglichst viele Erstkontakte.

An Frau Dr. Hoffmann anknüpfend ging er zu Anfang kurz auf den Informationsüberfluss im Web und die Verhaltensweisen, mit denen Nutzer mit Ihr umgehen. Olaf Kopp  rät deswegen zu konsequent nutzerzentriertem Marketing mit einem in seiner Aufgesang GmbH entwickelten Modell für die Customer Journey. 

 

Für jeden, der mit den Konzepten von Customer Journeys und Touchpoints vertraut ist, für den war der weitere Vortrag eine willkommene und schöne Zusammenfassung. Und eine Erinnerung, dass dieser zentrale Teil einer Marketing-Strategie vielerorts noch nicht verinnerlicht wurde. Zu sehen, dass der Customer Journey Ansatz laut einer Umfrage auf sem-deutschland  einem Drittel der 1000 Befragten neu ist, tat ein wenig weh. Es zeigte aber auch das Potenzial.

Für jeden, der in diesen Themen noch nicht tief eingestiegen war, brachte Olaf kompakt einen fundierten Blick und viele grundsätzliche Hinweise. Damit traf er zu 100 % das Motto der Rheinwerk Konferenz, den „Deep Dive into Marketing“.

 

Einen Aspekt möchte ich aber noch extra hervorheben: Bei seinen Ausführungen zu Content und vor allem seiner Verbindung mit Retargeting, nutzerzentrierter interner Verlinkung und Distribution kam er auch auf Personas zu sprechen.

Neben der Rolle der Customer Journey hinaus, blieb mir als praktischer Tipp vor allem eines im Gedächtnis:

Personas (vor allem mit Tools erstellte) sind nichts wert, wenn man nicht die Touchpoints mit modelliert.

Denn die Touchpoints bestimmen erst für welche Form von Content diese Persona relevant ist. Es ist sogar besser im Briefing nur mit Customer Journey und Touchpoints, als mit Personas ohne entsprechend definierte Touchpoints zu arbeiten.

Nico Zorn: E-Mail-Marketing

Der Vortrag von Nico Zorn zum E-Mail-Marketing war ein unterhaltsames Plädoyer für die Rolle von E–Mails im Onlinemarketing. Genüßlich begann er mit der Feststellung, dass E-Mail seit 15 Jahres jedes Jahr für tot erklärt wird. Während gleichzeitig gerade die Plattformen, die E-Mail nach allgemeiner Ansicht ablösen sollten, zu den fleißigsten Versendern von E-Mails an Ihre User gehören.

Dass E-Mail und SEO im E-Commerce den meisten Umsatz und hohen ROI bringen, ist eine wichtige Aussage. Damit das auch klappt, konnten die Zuhörer einige von Nico Zorns Erfahrungswerten mitnehmen.

Clickability ist keine Musikrichtung!

Nico Zorn

  • Genau genommen ist bei Anmeldung nur „E-Mail“ als Pflichtfeld erlaubt
  • Eine E-Mail muss eine Story im Kopf des Lesers anstoßen
  • Low Commitment CTAs verbessern die Interaktion
  • Ziel einer E-Mail ist nie der Verkauf, sondern der Klick auf die eigene  Webseite – die Landingpage dort muss verkaufen
  • Es lohnt sich aus der erwarteten Formen der Regle-Kommunikation auszubrechen
  • A/B-Tests für die Form der Newsletter-Anmeldung sind praktisch Pflicht

Und zu guter Letzt erinnerte er noch daran, dass Kennzahlen nur dann einen Wert haben, wenn auf Ihrer Basis auch etwas verändert wird. Wer Budget für Monitoring zur Verfügung stellt, sollte auch Budget für Änderungen auf Basis des Monitorings einplanen.

 

Prof. Mario Fischer: KI im Marketing

Die Zwischenkeynote von Prof. Mario Fischer brachte Mittags nochmal neuen Schwung in die Köpfe. Und die eine oder andere Lachträne gemäß dem alten Speaker-Spruch „Wer lacht, schläft nicht“. Denn sein Einstieg war eine kleine Tour durch Innovations-, Design- und generellen Onlinemarketing-Fails. 

Meistens heißt es: „Der Kunde steht bei uns immer im Mittelpunkt.“ Ja, deswegen steht er auch immer im Weg. Außer der Vertrieb kommt. Der vertreibt ihn.

Prof. Mario Fischer

Nach einem prägnanten Einstieg dazu, wie KI, Maschinenlernen und neuronale Netze eigentlich zusammenhängen, ging es in die bereits genutzten und gerade entstehenden Anwendungen von KI im Marketing.

Vor allem die Aussage „Computer können nicht…“ wurde immer wieder widerlegt. Von Pokern, über Bilderkennung bis zum Erschaffen von Bildern im Stil alter Meister nimmt KI gerade immer mehr an Kompetenzen auf. Die Anwendungen sind momentan zwar noch sehr begrenzt, aber mit richtig aufbereiteten und kombinierten Daten bereits sehr mächtig. 

Die Hauptfrage ist also nicht „Was kann KI im Marketing?“ – die Hauptfrage ist „Wie gut wird KI in deutschen Unternehmen bereits verstanden und eingesetzt?

Da kam Prof. Mario Fischer indirekt wieder zurück auf die Innovations-Fails der Einleitung. Wenn von 411 Vorständen börsennotierter Unternehmen nur 33 überhaupt tiefere Digitalerfahrung haben, dann lässt das wenig Gutes hoffen. 

Aussitzen wird da nicht funktionieren. Und externe Hilfen bei zukünftigen Kernaspekten hinzuzuziehen wird schnell teuer. Bei einem praktisch leerem Arbeitsmarkt und dem Umstand, dass Expertise mit der Zeit wachsen muss und nur bedingt durch Kapitaleinsatz beschleunigt werden kann, bedeutet das also bereits jetzt interne Kompetenzen für KI aufzubauen. Unabhägig von der Branche.

Das zentrale Take-Away für die Unternehmer unter den Teilnehmern war also ganz klar:

  • Beschäftigen Sie sich jetzt mit KI
  • Machen Sie ihr Onlinemarketing durch strukturierte Daten zugänglich für die KIs der großen Anbieter
  • Beginnen Sie mit dem Aufbau von internem Know-How in diesem Zukunftsfeld

Michael Janssen: Google Analytics – Webanalyse & Customer Journey

In den beiden aufeinander folgenden Vorträge von Michael Janssen ging es erst allgemein über die Möglichkeiten von Google Analytics in der Webanalyse und dann konkret um das Abbilden der Customer Journey im selben System.

Dabei stand immer im Hintergrund, dass Webanalyse Unternehmen ermächtigt ihre Aktivitäten zu lenken und Entscheidungen zu treffen. Dazu jedoch muss sowohl die Datengrundlage stimmen, als auch die Analysekompetenz.

Erst die Arbeit, dann die Analyse! (…) Wir brauchen viel mehr Leute, die sich damit auskennen.

Michael Janssen

Die Kernthesen in beiden Vorträgen brachten die Herausforderungen in der Webanalyse sehr gut auf den Punkt:

 

  • Analytics liefert nur Antworten, wenn man auch Fragen stellt. Möglichst die richtigen.
  • Welche Messwerte sind wirklich die KPIs für das eigene Vorgehen? Vanity-Metriken ohne konkreten Nutzen muss man meiden
  • Nur wenn man bereit ist auf Basis der Webanalyse auch etwas zu ändern, lohnt sie sich – wo man nichts ändern will oder kann, da braucht man auch nicht messen
  • Die Nutzung von UTM-Parametern in Links machen Analytics erst klug genug für eine Analyse von Customer Journeys
  • So viele Ziele wie möglich setzen und kleinschrittig tracken

Besonders tief ging es dann in den Bereich der Attribution, der Conversion-Pfade und der Frage nach der Zuordnung von Käufen und Clicks zu Kanälen. Für Zuhörer, die „nur“ mit der kostenfreien Version von Google Analytics arbeiteten, waren einige Ausführungen weniger hilfreich, auch wenn der Hinweis auf eine angekündigte Integration dieser Funktionen in das offene Analytics hoffen lassen.

Zum Schluss gab es noch die Erinnerung von Anfang an für gute Datenqualität zu sorgen und im Zweifel klein anzufangen.

Fazit: Kompetenz nicht nur zwischen Buchdeckeln

Der Rheinwerk-Verlag hat geliefert. Bei seiner ersten Konferenz gaben die Speaker fundierte Einblicke in die verschiedenen Bereiche und Tiefen des Onlinemarketings. Nur in den Keynotes lag der Schwerpunkt auf den großen Trendthemen, zukünftigen Entwicklung und dergleichen. Die restlichen Vorträge widmeten sich passend zum Verlagsprogramm den Themen und Kompetenzen, die im Alltag für erfolgreiches Onlinemarketing gefragt sind.

Auch wenn man nicht alle Vorträge in allen Slots hören konnte, geben die zur Verfügung gestellten Präsentationen in der Nachbereitung wertvolle Hilfen.

Die Teilnahme lohnte sich auf jeden Fall und es gibt wenig zu Meckern. Wenig deshalb, weil drei Dinge eben doch noch Potenzial bieten. Nicht inhaltlich, aber vor allem mit Blick darauf die Konzentration der Teilnehmer nicht unnötig zu beanspruchen.

  • So eindrucks- und stilvoll die Beleuchtung er Konferenzräume auch war: Auf Dauer wurde sie anstrengend und war im zentralen Sitzbereich schon sehr dunkel.
  • Das Catering war zwar ganz hervorragend, Tische und Sitzmöglichkeiten zum Essen waren aber etwas rar.
  •  Trotz der Kopfhörer-Lösung auf der Empore hörte man meist noch Fetzen eines anderen Vortrags mit.

Bei Online-Profession freuen wir uns auf weitere Konferenzen vom Rheinwerk Verlag. Als zugleich vielseitige und konzentrierte Fortbildungsveranstaltungen ergänzen Sie die Bücher des Hauses und die Trend-Konferenzen sehr geschickt.

    Sie haben eigentlich keine Zeit für große Konferenzen?

    In Münster gibt es monatlich Vorträge von Online Marketing Experten nach Feierabend. Ein offenes Format voller interessanter Teilnehmer aus NRW und Konferenz-bekannten Experten als Speakern.

    10. Münster Online Marketing Meetup: Keywordrecherche

    10. Münster Online Marketing Meetup: Keywordrecherche

    Am 16. Mai 2019 kam die Online-Marketing Branche aus Münster bereits zum 10. Mal zusammen, um beim Meetup mit Johan von Hülsen von der Wingmen Online Marketing GmbH aus Hamburg Tipps und Tricks zur Keywordrecherche zu erfahren.

    Dass eine Keywordrecherche nur auf den ersten Blick leicht gemacht ist, dürfte jedem schon einmal klar geworden sein. Will man es zwar besonders gründlich und effizient machen, so verzettelt man sich doch schnell in der falsch eingeschätzten Aufwendigkeit dieser Aufgabe. Mögliche Stolperfallen kennt auch Speaker Johan von Hülsen. Umso gespannter war das Publikum: Welche Geheimnisse und Tricks rund um die Keywordrecherche wird von Johan lüften?

    Schluss mit unklaren Strategien und hinderlichem Zeitdruck

    Im Laufe seiner Karriere war Johan es irgendwann leid: Saubere Daten sollten doch die Basis einer jeden Strategie sein. Wie aber soll das schnell und zackig vonstatten gehen, wenn vernünftige Themenrecherchen doch Zeit und Energie brauchen! In seinem Vortrag hat er sich deshalb zum Ziel gesetzt, gemeinsam Fehler zu erkunden, um sie beim nächsten Mal zu verhindern. Online Marketing-Strategien sollten schließlich auf den richtigen Grundlagen basieren und ein voller Erfolg werden.

    Im Kern: Keywordrecherche ist der Prozess, in dem SEOs ihren Nutzer verstehen lernen.

    Johan von Hülsen

    Wingmen Online Marketing GmbH

    5 Schritte, 1.000 Tools, unendlich viele Fehlerquellen

    Anschaulich erklärte er den Prozess der Keywordrecherche mit Hilfe des Beispiels „Tatort Münster“: Hier lassen sich unglaubliche 562 unique keywords finden! Umso wichtiger für die Gründlichkeit ist es daher, mehrere Tools zu nutzen. Laut Johan braucht eine effektive Themenrecherche 5 Schritte:

     

    1. Seeds definieren = Wonach könnten die Leute suchen?
    2. Suggests abfragen = Was sagen Google und Co?
    3. Volumen abfragen = Welche Daten können noch zu Keywords aggregiert werden?
    4. Cluster löschen = Welche geclusterten Gruppen sind überhaupt sinnvoll?
    5. Themen identifizieren = Was ergibt sich bzgl. Datenauswertung, Maßnahmen, Ranking?

    Pause gehört auch zum Dienst

    Besonders hervorgehoben hat Johan kleine Arbeitspausen: Zwischendurch sollte man sich bewusst mit den Kollegen über die bisherigen Fortschritte austauschen. Durch gegenseitigem Feedback lassen sich so vielleicht noch weitere Keywordideen und Suchmuster aufdecken. Also, vermeidet den Tunnelblick, verliert euch nicht in der Recherche, redet miteinander!

    „Google ist aggro!“

    Die Verwendung von Tools wie dem Google-Ads-Keywordplanner sieht Johan als problematisch an, da hier oftmals Suchbegriffe ungünstig zusammengetragen werden. So wird beispielsweise das Suchvolumen der Begriffe Frau und Frauen zusammengefasst, da Frau in Frauen enthalten ist. Dadurch ist jedoch kein exaktes Suchvolumen möglich, es kommt zu einem ungenauen Durchschnittswert. Auch in Bezug auf die Erstellung von Clustern kann es zu Problemen kommen: Auf der einen Seite lässt sich ein Durchschnitt mit Hilfe der einzelnen Klickwerte der Keywords ermitteln, auf der anderen Seite jedoch wäre es um ein Vielfaches gründlicher, zunächst die Klickwerte in Bezug zu den Suchvolumina zu setzen und daraus im Anschluss einen Durchschnittswert zu berechnen. Hier kommt es darauf an, wie gründlich und intensiv die Recherche letztendlich erarbeitet werden soll. Je nach Bedarfsfall sind die Daten, die Google ausgibt, also mit Vorsicht zu genießen und stets kritisch zu hinterfragen.

    Fazit

    Johan hat einen kurzweiligen, spannenden Vortrag geliefert, der vor allem für Neulinge einen hilfreichen und tiefgreifenden Einblick in die Materie geboten hat. Zudem wurden einige Aspekte wieder frisch in Erinnerung gerufen, wie etwa das Phänomen, dass das spezifische Nutzerverhalten immer noch viel zu wenig beachtet wird. Ein Beispiel: Türkischstämmige Deutsche werden in Deutschland nicht zwingend auf deutsch suchen, sondern in ihrer Muttersprache.

    Das Angebot ist darauf aber leider noch unzureichend vorbereitet. Die eigene Zielgruppe sollte man also ganz genau kennen, um solche Lücken zu vermeiden. Wie kann es da noch ein Zufall sein, dass Johan für seinen Vortrag im Münsterland den „Münster Tatort“ als sehr anschauliches Themenbeispiel gewählt hat …

    Auch sollte man den Zeitaufwand einer gründlichen Keywordrecherche niemals unterschätzen. Vor allem bei eher unkonkreten Suchbegriffen können schon einmal einige Wochen dafür anfallen – wie etwa für das Keyword Auto, in welches er geschlagene 30 Tage investieren musste! Je allgemeiner also der Begriff, desto aufwendiger gestaltet sich die Recherche. Im Durchschnitt kann man nach Johan mit 3 Tagen rechnen.

    Zusammengefasst wurde also ein durchweg lohnender Vortrag geboten, dem alle Teilnehmer begeistert folgten. Alle, die leider nicht dabei sein konnten, haben also wirklich etwas verpasst!

    Conversion Roadshow 2019: Die Marketing-Konferenz in Köln – Recap

    Conversion Roadshow 2019: Die Marketing-Konferenz in Köln – Recap

    Am 9. Mai 2019 fand die Konferenz für Online-Optimierungen, die Conversion Roadshow, im Kölner Rheinenergiestadion statt und bot vielfältige Vorträge zu den Themen Conversions, UX als Strategie und Wahrnehmung, Psychologie und Personalisierung im digitalen Zeitalter. SEA-Experte Simon Kapteina von Online-Profession war mit dabei.

    Die Kunst der digitalen Inszenierung – Karl Kratz

    Die Konferenz startete nach der Begrüßung mit der Keynote von Karl Kratz zum Thema „Die Kunst der digitalen Inszenierung“ mit einem grundlegenden aber dennoch tiefgreifenden Einblick ins Online-Marketing. Kratz ist seit 1996 aktiv in der Branche tätig, hat viele Änderungen miterlebt und zahlreiche Ratgeber verfasst.

    In seinem Vortrag sprach er vor allem über die Eckpfeiler der kognitiven Leichtigkeit bezüglich des Online-Marketings: Bedienbarkeit und Verständlichkeit – beides enorm wichtige Aspekte für den Nutzer. Sein Beispiel für 

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    das Prinzip „Es gibt keine schlechte Publicity!“ war Rammsteins Musikvideo zu „Deutschland“. Vielfach kontrovers in den Medien diskutiert zeigt sich hier, dass auch auf den ersten Blick negativ erscheinende Präsenz positive Auswirkungen etwa auf die Bekanntheit und Aktualität haben können. Nichtsdestotrotz muss damit natürlich vorsichtig umgegangen werden. Zwischen gekonnter Inszenierung und bewusster Illusion bewegt sich laut Kratz der Streetart-Künstler Banksy. Bestes Beispiel hierfür dürfte wohl das sich selbst schreddernde Bild kurz nach dessen Versteigerung sein. Bei allen Fällen gilt gleichermaßen: Das erklärte Endziel von Kampagnen und Strategien zur erfolgreichen medialen Platzierung ist die Omnipräsenz.

    Was künstliche Intelligenz für E-Commerce-Experten bedeutet – Tina Nord & Kathleen Jaedtke

    Tina Nord von EyeEm und Kathleen Jaedtke von Hubspot sind der Frage nachgegangen, „Was künstliche Intelligenz für E-Commerce-Experten bedeutet“. In ihrem Rückblick über die aktuellen Entwicklungen seit 2018 sprachen Sie u.a. über die mit der Weiterentwicklung der KI einhergehenden Ängste der Gesellschaft: Das Ausmaß der Chancen und Risiken ist in diesem Feld bisher noch unklar. Befürchtet werden unter anderem Diskriminierungen und Arbeitsplatzverlust –  vor allem bei Arbeitnehmern mit niedrigerer Qualifikation. Dem gegenüber stehen wiederum potenzielle Wert- und Arbeitsplatzschaffungen, u.a. im Bereich des E-Commerce. In der Branche der künstlichen Intelligenz liegen China und die USA im Wettbewerb bereits sehr weit vorne. Weiter erläuterten die Sprecherinnen, dass man in der Zukunft darauf achten sollte, dass auch Frauen und Minderheiten KIs programmieren. Bisher sei eine ausreichende Diversität bezüglich Geschlecht, Rasse, etc. für eine ganzheitliche Abbildung der Gesellschaft noch nicht gegeben. Diversität müsste daher bereits beim Entwicklerteam beginnen, um einer einseitigen Vorprägung vorzubeugen. Als zukunftsweisend wurden in diesem Zusammenhang allem voran Gesichtserkennungstechnologien genannt, die eine Personalisierung von Werbung ermöglichen können. Das würde sogar Angebote speziell für die jeweilige Laune des Konsumenten ermöglichen. 

    Warum du der Disruption machtlos gegenüber stehst, und wie du das änderst! – Ben Harmanus

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Für Ben Harmanus von konversionsKRAFT war bei seinem Vortrag „Der Tsunami-Effekt: Warum du der Disruption machtlos gegenüber stehst, und wie du das änderst!“ klar, dass man auch kleine Störungen analytisch bemerken muss, selbst wenn diese wie bei einem Seebeben erst unentdeckt bleiben. Sonst sei man am Ende überrascht, wie die Disruption die Conversion-Rate auf einmal überrollt.

    Zudem wird im zukünftigen E-Commerce viel mit geografischen Daten gearbeitet. Passend dazu nehmen Zalando, Amazon und Co. jetzt schon den traditionellen Einzelhandel ins Visier und bieten immer häufiger physische Shops an, um ihre virtuellen Online-Angebote strategisch zu ergänzen. Im Fokus dieser Entwicklung steht die Sicht des Konsumenten – wie eben auch seine Wahl zwischen der Online-Bestellung und dem lokalen Shop-Einkauf. Erfolgreiche Unternehmen werden ihre Vorteile bewusst weiter ausspielen. Der Unterschied zu weniger erfolgreichen Firmen liegt dabei in der Bereitschaft Fehler als natürlich und sogar sinnvoll zu erachten. Nur so kann ein Unternehmen weiter wachsen und sich stetig verbessern. Eine gewisse “Fehlerkultur” ist also mehr als nützlich.

    Conversion-Talk: David Odenthal & Johannes Ceh

    Vor der Mittagspause diskutierten David Odenthal, der Konferenz-Veranstalter, und #ValueEnhancer Johannes Ceh schließlich kurz über digitale Transformation. Ergebnis der Gesprächsrunde war, dass Entscheider technisch nicht affin genug seien, um das volle Ausmaß ihrer Online-Entscheidungen erfassen zu können. Im Zweifelsfall wollen sie viel umgesetzt sehen, was jedoch zu einer Überforderung des Kunden führen kann. Auch hier stellte sich erneut der Konsumentenzentrismus als essentiell heraus.

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Customer Experience trifft Conversion – Bernd Lynen

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Den Kunden im Fokus sah auch Bernd Lynen von T-Systems. Sein Vortrag „Customer Experience trifft Conversion“ stellte den emotionalen Mehrwert eines Angebots für den Kunden heraus, anstatt sich nur auf die Produktvorteile zu stützen. Klassische Mundpropaganda würde auch im Online-Bereich wirken: Das EWOM (electronic Word-of-Mouth) habe eine wesentlich höhere Reichweite als das normale WOM (Word-of-Mouth), so Lynen.

    Critical Rendering PathGoogle Analytics gezielt zur Optimierung nutzen – Markus Baersch

    Wie man „Google Analytics gezielt zur Optimierung nutzen“ kann, erklärte Markus Baersch von der gandke marketing & software GmbH. Nach ihm sollte man Mircorconversions (also kleine Zielvorhaben) und auch negative Ziele (z.B. verlässt der Nutzer den Bereich der Webseite, in dem er sich eigentlich bewegen sollte hin zu einem ungewünschten Ort) einstellen. Das richtige Tagging – die Besucherverfolgung – sei dabei essentiell, jedoch in den meisten Fällen falsch eingerichtet. 

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Ein Beispiel hierfür: Wenn bei Analytics viele der Besucher der Kategorie “other/sonstiges” zugeordnet werden, sollte nochmals genau geprüft werden, was wo getrackt wird, um den Traffic überhaupt detailliert verfolgen zu können. In diesem Zusammenhang empfahl Baersch den Einsatz von UTM-Parametervorlagen. Der professionelle Umgang mit Google Analytics hat sich auch hier wieder als sehr komplex herausgestellt. Die explizite Definition und zielgerichtete Einrichtung von Conversions ist aber sicherlich der erste Schritt auf dem Weg zu einer guten Conversion-Rate.

    Mehr Verkäufe dank Psychologie – Thomas Gruhle

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    „Mehr Verkäufe dank Psychologie“ versprach im Anschluss Thomas Gruhle von LEAP. Dass Psychologie im Marketing extrem wichtig ist, dürfte kein Geheimnis sein. Was hat es aber mit dem sogenannten Nudging auf sich? Aus dem Englischen to nudge („anregen“, „anstupsen“) entnommen, beschreibt Nudging Methoden der Verhaltensökonomie zur gezielten Beeinflussung des menschlichen Verhaltens.
    Doch was bedeutet das genau?

    Potenzielle Kunden sollen „geführt“ werden. Ein Beispiel half Gruhles Punkt zu verdeutlichen: Blickt auf einer Website eine Person direkt auf eine Funktion der Seite, so richtet sich die Aufmerksamkeit der Besucher direkt auf die auszuführende Handlung. Dieses Phänomen wird auch Gaze Cueing genannt. Die Wahrnehmung des Menschen ist in diesem Sinne vorhersehbar und daher lenkbar. Um sich dieses Prinzip zunutze machen zu können, empfahl Gruhle eine gewisse Struktur beim Aufbau des Online-Auftritts zu berücksichtigen. So sollten etwa gleichfarbige CTAs oder gleichartige Elemente möglichst nah beisammen stehen. Dabei sollte man ebenfalls im Hinterkopf behalten, dass das Kurzzeitgedächtnis – ganz im Sinne der Millerschen Zahl – überhaupt nur 7 (+/- 2) Dinge behalten kann. Hier schlug Gruhles Vortrag einen inhaltlichen Bogen zum vorherigen Conversion-Talk: Auch in diesem sprachen Odenthal und Ceh schließlich davon, dass eine zu hohe Anzahl unklarer Möglichkeiten den Kunden im Endeffekt verwirren könnte.

    Mein Take-Away

    Nach einem ereignisreichen Tag voller komplexer Themen und detailreicher Insights lassen sich abschließend folgende Dinge aus der Conversion Roadshow mitnehmen:

    1. Die emotionale Kundenbindung und der Mehrwert für den Kunden stehen im Fokus.
    2. KIs werden immer mehr Einfluss gewinnen, auch und vor allem im E-Commerce.
    3. Die Datenanalyse bleibt immens wichtig, um die Effizienz und Effektivität des Online-Marketings evaluieren zu können.
    4. Traditionelle Marketingmethoden wie das Nudging sollten mit den heutigen technischen Möglichkeiten kombiniert werden.

    Und ganz zum Schluss: Die Stimmung auf der Konferenz war durchweg gut. Die Leute hatten Spaß, obwohl wirklich sehr viel los war. Ach ja, und die Currywurst und das Kölsch waren auch sehr lecker 🙂

    OMWest 2019: Online-Marketing-Barcamp – Recap

    OMWest 2019: Online-Marketing-Barcamp – Recap

    Am 26.04.2019 fand zum 2. Mal das OMWest Barcamp in Köln statt. Der Hauptsponsor AXA stellte großzügig seine Konferenzräume zur Verfügung und ermöglichte so allen zahlreich erschienen Teilnehmern Sessions beizuwohnen, kräftig zu netzwerken und sich über aktuelle Online-Marketing-Themen auszutauschen. Online Profession war auch dabei.

    Wie für Barcamps (“Unkonferenzen”) üblich, gibt es im Vorfeld kein festgelegtes Programm. Vielmehr hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, den Ablauf des Tages mitzugestalten, indem man eigene Inhalte vorstellen bzw. mit einbringen kann. Die komplette Tages-Planung samt Inhalten entwickelt sich also spontan vor Ort. Zusätzlich ist zu erwähnen, dass es bei Barcamps kein klassisches getrenntes Verhältnis zwischen Redner und Publikum gibt, stattdessen ist das ganze Event komplett interaktiv gestaltet: Vom Spezialisten mit jahrelanger Erfahrung bis zum blutigen Anfänger können sich innerhalb der Sessions alle am Wissensaustausch sowie an den Diskussionen beteiligen. So lernen am Ende alle etwas dazu.

    Begrüßung und Sessionplanung

    Nach Erhalt des Lanyards wurden alle ankommenden Teilnehmer gruppenweise durch das Gebäude zum Hörsaal geführt, wo die Begrüßung stattfand. Davor erwartete uns ein ausgiebig zurecht gemachtes Frühstücksbuffet mit Fritz Kola, Kaffee und Brezeln. Viel Zeit blieb dafür jedoch nicht, denn die Begrüßung bzw. die Sessionplanung fing – wie auf der Website angekündigt – pünktlich an.

    Unter Applaus begrüßte der lässig wirkende Michael Janssen und die äußerst gut gelaunte Verena Scharnetzki uns Teilnehmer. Nach einem speziellen Dank an die Sponsoren, wie AXA, Sistrix und FOND Off, wurde der grobe Ablauf des Tages erläutert, um schnell zur Vorstellungsrunde zu gelangen. 

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Jeder stand kurz auf, nannte seinen Namen, sein Twitter-Handle sowie seine 3 Hashtags – dann ging es auch schon los mit der Sessionplanung. Die Sessionplanung kann als Herzstück jedes Barcamps angesehen werden. Jeder Teilnehmer, der eine Session für ein bestimmtes Thema halten will, hat die Möglichkeit, es allen Anwesenden mit wenigen Sätzen schmackhaft zu machen. Abhängig von den bestehenden Interessen wird der Leiter der Session samt seines Themas einem passenden Raum zugeordnet.

    Dass die Schlange der Referenten bis kurz vor die Eingangstür reichte, sagt schon einiges über die Vielzahl an vorgestellten Themen aus: Von Sessions, die eher in die klassische Richtung gingen, wie “Linkbuilding für Online-Shops” und “SEA Guidelines”, bis hin zu der ”Zukunft des Voice Searches im SEO” oder dem ”Schreiben von kurzen Gags für Twitter, Blogs” war alles im Angebot.

    Aus den Sessions konnte vieles Interessantes mitgenommen werden.

    Google Data Studio in the Mix

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    In der ersten Session referierte Jens Bardel über die vielseitige Einsetzbarkeit des Google Data Studios (GDS) und gab einen grundlegenden Einblick in den Aufbau der Software. Natürlich ist das Google Data Studio hervorragend dafür geeignet, Daten aus den verschiedensten Quellen zusammenzufassen und zu visualisieren. Wichtige Metriken wie Impressions, Click-Through-Rates (CTR) oder Absprungraten lassen sich so in Berichten ideal veranschaulichen.

    Doch die wichtigsten Fragen, die man sich vor der Verwendung des Google Data Studios stellen sollte, sind: Was ist meine Zielsetzung? Für wen ist dieser Bericht gedacht? Welchen Wissensstand hat der Empfänger des Berichts?

    Dashboards müssen immer zielbezogen aufbereitet und bei der Interpretation in Beziehung gesetzt werden. Wenn man bspw. eine hohe Besucherzahl über YouTube feststellen kann, ist doch die Frage, wie hoch die Besucherzahlen auf den anderen Kanälen sind. Und inwiefern tragen diese Zahlen konkret zum Erfolg des Kunden bei? Denn eine weitere Schwierigkeit gestaltet sich darin, dem Kunden die visualisierten Daten verständlich zu machen. Versteht der Kunde die ermitteln Daten? Dazu griff Bardel aus dem Schatz der eigenen Erfahrungen und gab z.B. den wertvollen Tipp, die Dashboards thematisch anzulegen, um dem Kunden eine gewisse Übersicht zu gewährleisten. Zusätzlich habe das GDS eine reiche Sammlung an vorgefertigten Dashboards, die kundengerecht eingesetzt werden können.

    Für den Einstieg in das Google Data Studio war dies eine sehr lehrreiche Session.

    SEO USE CASE

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    In der nächsten Session stellte Speaker und SEO-Experte Stefan Godulla seinen SEO USE CASE vor. Der große Konferenzraum war bis zum letzten Platz belegt und lauschte gebannt, als Godulla damit startete die SEO-Strategie für sein neues Projekt vorzustellen.

    Dies machte er anhand des Beispiels eines Marken-Spin-offs:

    Die zwei wichtigsten Produkte sind der bodyslim, der mit einer sogenannten Elektro-Muskel-Stimulation (EMS) und einer Thermo-Anwendung für Gewichtsreduktion sorgen soll, und der bodystyle, der mit einer lymph-aktivierenden Massage in der Lage ist, Cellulite zu reduzieren. Didaktisch präzise erklärte er zu Anfang, wie er die Zielgruppe aus der Customer Journey ermittelte. Faktoren dabei können sein: saisonale Standards (gute Vorsätze, Bikinifigur), Wunschdenken (ohne Diät, ohne Sport), Lebensereignisse (Hochzeit, Schwangerschaft) oder spezielle Sehnsüchte (straffe Haut, Cellulite).

    Die Keywordrecherche fand üblicherweise über Tools wie Answer the Public, Sistrix oder der Google Search Console statt. Die ermittelten Keywords wurden anschließend in Themensilos zusammengefasst, die wiederum in den Silos selbst nochmal thematisch geclustert wurden. Aus diesen wurden anschließend relevante Inhalts-/Unterseiten, interne Verlinkungen sowie erstklassige Backlinks erstellt. Dabei muss beim Linkbuilding darauf geachtet werden, dass die Verlinkungen wirklich Sinn für die User ergeben und deren Erwartungen erfüllen. Positive Nutzersignale sind von entscheidender Bedeutung.  

    In der späteren Entwicklung zeigte sich, dass alle ausgesuchten Keywords wirklich ranken. Nach einem kurzen Überblick auf das Monitoring, ging Godulla nochmal auf wichtige Goodies ein: Keywords im Plural haben meist ein höheres Suchvolumen, als die Singular-Variante. Außerdem lässt sich durch eine nachvollziehbare Struktur der Webseite die Relevanz deutlich steigern.

    Nach diesem informativen Vortrag ging es in die Mittagspause.

    Google Data Studio Live

    Nach dem leckeren Essen hatte man die Möglichkeit, den Mittag bei Daniel Sternberger ausklingen zu lassen. Und auch hier wieder das begehrte Thema: Google Data Studio. Sternberger zeigte “live” wertvolle Kniffe, wie man Berichte mit den wichtigsten KPIs ausstatten sowie Graphen und Diagramme hinzufügen bzw. optisch verschönern kann.

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Das Wichtigste, was aus dieser Session mitgenommen werden konnte, ist allerdings aus der Diskussion im Anschluss entstanden: Sternberger räumte ein, dass seine Kunden unvorteilhafterweise die Berichte in der Vergangenheit selten gelesen hätten. Zustimmung hierzu kam auch von anderen Teilnehmern. Am meisten Erfolg hätte es erzielt, wenn man dem Kunden den Bericht per Telefonkonferenz genau erläutert hätte.

    Tipps für den Screaming Frog – und kein Qua(r)k

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Im Anschluss verriet uns Niko Oerter von der Agentur Mindshape wertvolle Tipps für den Screaming Frog. Der Screaming Frog ist unumstritten ein mächtiges SEO-Tool. Doch wie bei den meisten Tools, ist es auch hier wichtig zielbezogen vorzugehen, denn:

    “Wer einfach draufloscrawlt, kriegt Datensalat.”

    Zu Anfang ging Oerter auf typische Crawler-Fallen ein und was man bei der Konfiguration beachten sollte. Der Crawler würde oft nicht gedrosselt werden (HTTP 500 oder 429) – gerade bei E-Commerce-Seiten – sodass oft zu viele URLs gecrawlt werden oder es zu einem fehlenden Rendering durch ein zu kurz eingestelltes AJAX-Timeout kommt. Zusätzlich wurde eine gute Methode vorgestellt, wie man den Pagespeed crawlen und analysieren kann.

    Oerter erklärte weiter, wie ein Crawl-Vergleich durchgeführt wird. Dies ist nützlich für Bereiche wie Mobile vs. Desktop oder Googlebot vs. Bingbot. Beide Bereiche werden in Sheets exportiert. Die Vergleichbarkeit findet statt, indem man über die bedingte Formatierung (hierbei die Formel zur Ermittlung der zu formatierenden Zellen verwenden) die Unterschiede mit einer Farbe (z.B. Rot) visualisiert.

    Neben Tipps um einen geglückten Relaunch zu überprüfen, gab es noch einen kleinen Einblick in den Link-Score des Screaming Frog: Lange wurde von den Entwicklern verschwiegen, was es damit genau auf sich hat. Basierend auf Auffälligkeiten der eigenen Analyse beschreibt Oerter ihn als keinen “richtigen” internen Pagerank, sondern eher als eine vereinfachte Variante, die Abhängigkeiten von Unique Links aufweist.Der letzte wichtige Punkt war eine Einführung in den Xpath Filter, der es ermöglicht vielseitige Analysen im Quellcode vorzunehmen.

    Critical Rendering Path – Einführung in die Page Speed Optimierung

    Dass Pagespeed erstaunlich viel zu einem positiven Ranking beiträgt, sollte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. Malte Müller (ebenfall vom Team Mindshape) klärte alle Anwesenden darüber auf, an welchen Punkten man eine Pagespeed-Optimierung ansetzten sollte und welche Rolle der Critical Rendering Path (CRP) dabei spielt.

    In der Sessionbeschreibung wurde erwähnt, dass ein Vorwissen in Webentwicklung nicht notwendig sei, um das Konzept des CRPs zu verstehen.

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Zuerst gab es in der Tat einen verständlichen Crashkurs darüber, wie Rendering an sich funktioniert. Vom Parsing, der Umwandlung von HTML-Code in Daten, DOM, CSSOM bis hin zur Darstellung des Bildes wurde alles schrittweise erklärt. Darauf basierend kann man den Critical Rendering Path besser nachvollziehen: Öffnet man eine URL, wird ein Request zur Anzeige der Inhalte ausgelöst. Diesem Request kann erst stattgegeben werden, wenn alle CSS-Dateien und Javascript geladen und verarbeitet wurden. Im Anschluss wird mit dem Rendern der Seite begonnen.

    Malte stellte dazu 4 Optimierungsbereiche vor, um die Ladezeitstandards zu verbessern:

    1. Bildkomprimierung: Dateigrößen können mit minify verringert werden.
    2. CSS-Einbindung: CSS-Ressourcen IMMER im Head platzieren und  zusammenfassen.
    3. Javascript-Einbindung: Javascript bestmöglich zusammenfassen und  vor dem </body> platzieren.
    4. Ressourcen-Timing: Blockierung von Custom-Fonds mit display:optional aufheben.

    Nach der Session war der Rendering-Prozess tatsächlich besser nachvollziehbar und man ist erstaunt, mit welchen simplen Methoden man den Pagespeed spürbar optimieren kann.

    Organische Sichtbarkeit erhöhen mit Pinterest

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Nach einer frischen Tasse Espresso, die von den Jungs der Firma Heiland aufgebrüht wurde, ging es weiter zur 15Uhr-Session: Stefanie Gärtner und Rabea Knippscheer, die zusammen das Unternehmen Limmaland (limma = kleben auf schwedisch) gegründet haben, referierten darüber, wie sie dank Pinterest ihre organische Reichweite erhöhen konnten.

    Limmaland verkauft sogenannte IKEA-Hacks, sprich normale IKEA-Möbel werden auseinandergebaut und zu eigenen kreativen Kindermöbeln umgewandelt. Gestartet mit 26 Produkten befinden sich heute über 450 in ihrem Repertoire. Da versteht es sich von selbst, dass Pinterest genau die richtige Plattform ist, um Produkte dieser Art zu verbreiten: Der Anteil der Pinterest-Nutzer wächst ständig, dazu wird es fast ausschließlich von Frauen genutzt, was sich ideal mit der Zielgruppe der Limmaland-Produkte deckt. Wichtig zu erwähnen ist, dass Pinterest eben kein soziales Netzwerk ist, wie oft angenommen wird, sondern eine visuelle Suchmaschine.

    Die Frauen von LimmaLand zeigten anhand von Zahlen, wie sie 2018 Monat für Monat regelmäßig ca. 1.000 neue Follower dazu gewinnen konnten. Zum Ende des Jahres waren es etwa 20.000 Follower.

    Entscheidet man sich für Pinterest-Marketing, so ist es notwendig dieses aktiv durchzuziehen und kontinuierlich Ressourcen diesbezüglich einzuplanen. Dazu kommt die Einbindung in die komplette Kommunikation, z.B. über das Einbinden der sogenannten Pins in Newsletter oder QR-Codes in Flyer oder Visitenkarten. Wie aktiv man Pinterest konkret betreiben muss, erklärten die Berufs-Bastlerinnen ebenfalls: Es muss jeden Tag gepinnt werden, genauer gesagt mind. 5 Mal am Tag. Dabei müssen es zu 80% die eigenen Pins sein. Und dies stets zur richtigen Zeit.

    Diskussionsrunde mit Maik Bruns

    Für die letzte Session lockte Maik Bruns mit dem Thema “Was SEO und SEA aus der Webanalyse lernen können”. Doch statt den Experten vor Laptop und Beamer anzutreffen, wartete er geduldig mit Block und Stift auf die eintretenden Teilnehmer. Als alle Plätze besetzt waren, brach er das Eis mit der Frage: Welche Daten werden wirklich im Alltag genutzt? Darüber wollte er mit uns Teilnehmern diskutieren.

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Wie erwartet wurden alle typischen Metriken, wie Impressions, Klickrate, Absprung, etc. zusammengetragen. Da im Raum Teilnehmer sowohl aus dem SEO- als auch aus dem SEA-Bereich anwesend waren, gab es Unstimmigkeiten bei der Priorisierung. Aus der Diskussion ergab sich schnell, dass alle Online-Marketing-Disziplinen oft zu isoliert voneinander arbeiten würden. Statt eine gemeinsame Lösung zu finden, kam man zusammen auf ein gemeinsames Problem: Wie schon bei der Diskussion mit Sternberger in der “Google Data Studio Live”-Session, haben die Teilnehmer die Erfahrung gemacht, dass es schwer ist, dem Kunden die Materie in Zahlen begreifbar zu machen. Auch da sie oft selbst nicht wissen, welche Ziele sie erreichen wollen.

    Abschluss-Session

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Weiter ging es zur Abschluss-Session: Michael Janssen und Verena Scharnetzki dankten unter Applaus nochmal allen großzügigen Sponsoren. Die Menge wirkte geschafft, aber um einige Erfahrungen reicher. Im Anschluss wurde dann noch der/die Gewinner der LinkedIn-Verlosung bekannt gegeben.

    Nach der Verabschiedung wartete das langersehnte Barbecue auf alle Teilnehmer, die bei Currywurst, Bier und Wein die letzten Sonnenstrahlen des Tages genießen konnten.

    OMT Agency Day 2019: Spannende Vorträge und hitzige Diskussionen

    OMT Agency Day 2019: Spannende Vorträge und hitzige Diskussionen

    Am 11. April 2019 hatte die Online-Marketing-Konferenz exklusiv für Agenturinhaber und -gründer in Köln ihre Premiere – und was für eine! Online-Profession-Chef Martin Witte war persönlich dabei, lauschte interessanten Vorträgen und war mittendrin bei der schwungvollen Podiumsdiskussion über die Zertifikate des Bundesverbands Digitale Wirtschaft BVDW. 

    Das Who’s who der Online-Branche

    Der OMT Agency Day ist das neue Konferenzformat der OMT-Reihe, das ausschließlich Inhaber, Gründer und Leader von (Online)-Marketing-Agenturen besuchen dürfen. Die Veranstaltung soll zum regen Austausch und geselligem Networking anregen. Im Vorfeld konnten teilnehmende Agenturen über die Themen der Vorträge abstimmen und das Event so ihren spezifischen Interessen anpassen. Organisiert hat das Ganze der Gründer und Geschäftsführer der Online-Marketing-Agentur ReachX, Mario Jung und sein Team des OMT. Die Zusammenarbeit mit ihm war – wie zu erwarten – wieder top. Danke, Mario!

    Agenturchef Martin konnte viel Input mit nach Hause nehmen und ist nachhaltig von der Professionalität der Veranstaltung begeistert. Besonders positiv ist natürlich die Möglichkeit des Austausches mit anderen Gründern und Leitern von Agenturen, da es immer spannend ist, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen. Alte und neue Bekannte kommen zusammen und setzen sich für mehr Qualität und Optimierungen in der Branche ein.

    OMT bietet nicht nur den Agency Day an: Unser Online-Profession-Team war schon bei einigen anderen Formaten zu Gast und kam jedes Mal mit viel Input zurück in den Agenturalltag. An dieser Stelle also eine klare Besuchsempfehlung!

    Eine Sammlung von verschiedenen Recaps zu den OMT Veranstaltungen sind auf unserem Blog zu finden.

    Über optimale Angebote, effiziente SEO-Strategien und den turbulenten Agenturalltag

    Martin Witte war am Agency Day fast durchgehend im ersten der beiden Vortragsräume. Von der Begrüßung bis zur Panel-Diskussion gab es dort einige Highlights:

    Nach der Begrüßung hat Alexander Geißenberger das Eis mit dem Thema „Beförderungswahnsinn – nachvollziehbare Karrierestufen und Konkurrenzfähigkeit gegenüber Inhouse-Jobs und Konzernen herstellen“ gebrochen. Als mehrfacher Gründer und Geschäftsführer sprach er über die Herausforderungen bei Beförderungen und Karrierestufen innerhalb von Unternehmen und deckte dabei die 10 größten Lügen der Personalberater auf. Ein toller Vortrag zu einem für jede wachsende Agentur extrem wichtigen Thema. Für Martin Witte brachte Alexander Geisenberger gleich zu Beginn des Agency Days einen der beiden besten Vorträge des Tages. Inhalt und Präsentation setzten einen echten Höhepunkt.

    Über „SEO-Debakel & Co. – wenn Onlinemarketing richtig schiefgeht: Echte Schadenfälle und Absicherungstipps“ referierte im Anschluss Ralph Günther. Von Urheberrecht bis DSGVO: Günther klärte souverän über rechtliche Aspekte und Risiken des Online-Marketings auf.

    Das weitere Highlight des Tages bot Robin Heintze mit seinen „5 Tipps zur optimalen Angebotserstellung“: 1. Zuhören, 2. Vertrauen, 3. Nutzen, 4. Optionen und 5. Cash. Genau wie zuvor bei Alexander Geisenberger ging es um einen alltäglichen Prozess und seine nachhaltige Verbesserung, vorgetragen in einem motivierenden Beitrag. Danke an Robin.

    Über das Suchen und Finden der besten Methode bezüglich Kalkulation und Zeitaufwand hielt Markus Hartmann seinen Vortrag „Pricing: Wertschätzung statt Aufwandsentschädigung“.

    Anschließend ging Christian Tembrink der Frage nach, ob Agenturen fusionieren sollten: „Der Agenturmarkt im Wandel – sind Verkauf oder Fusion eine Option?“.

    Nach all dem geballten Input ging es dann ans Eingemachte – die Panel-Diskussion unter dem Thema “Qualität ‘mit Brief und Siegel’, lohnt sich die Investition für Agenturen?” startete. Auf dem Podium saß Martin Witte mit den beiden durchaus wortgewaltigen Disputanten Robin Heintze und Jens Fauldraht. Zusammen stellten sie sich der Kontroverse: Sollten Agenturen in Siegel und Zertifikate investieren? Ein besonderes Thema waren dabei die Zertifikate des Bundesverbands Digitale Bildung e.V. (BVDB), aber auch Sinn und Nutzen von Zertifikaten allgemein. Von Agenturen kritisch beäugt steht die Tatsache, dass damit ein möglicherweise langwieriger und teils aufwändiger Prozess, sowie hohe Kosten verbunden sind. Wie sehr lohnen sich Siegel und Zertifikate also wirklich? Welchen Mehrwert können Agenturen wirklich daraus gewinnen? Zu den Kritikern gehört auch Martin Witte, der nun Teil einer hitzigen und überaus spannenden Diskussion war. Ein Schlagabtausch unterschiedlicher Sichtweisen gespickt mit Fragen aus dem Publikum!

    Natürlich konnte die Frage nach Sinn und Nutzen nicht in dieser einen Diskussion geklärt werden. Aber sie half die verschiedenen Ansichten sichtbar zu machen und Bewusstsein zu schaffen. Sicherlich spielen bei der Entscheidung die Ausrichtung der konkreten Agentur, ihr Kundenstamm und auch ihre Vorgehensweisen für die Zukunft eine wichtige Rolle. So können Zertifikate durchaus einen Mehrwert leisten, was jedoch nicht uneingeschränkt für alle Unternehmen gelten dürfte.

    Was am Ende bleibt

    Für Martin Witte steht nach dem OMT Agency Day 2019 fest: Dieses Format hat Potential! Die Möglichkeit zu solch einer speziell auf Agenturgründer und -leiter vollgepackten Informationsveranstaltung und einer direkten Gegenüberstellung der Gegensätze zu brandaktuellen Themen, ist nicht nur aufregend für alle Beteiligten und Zuschauer, sondern auch extrem wertvoll. Beim nächsten Mal ist er gerne wieder dabei. Eine tolle Sache und vor allem eine Veranstaltung von Profis für Profis!

    9. Münster Online Marketing Meetup: Funnels

    9. Münster Online Marketing Meetup: Funnels

    Am 25. April 2019 fand das 9. Münster Online-Marketing Meetup mit unserem internen Head of Online Marketing, Benjamin Schepers, statt. Benjamin hat in seinem Vortrag darüber aufgeklärt, wie man mithilfe von Funnels Interessenten über alle Online-Kanäle von E-Mail über Facebook bis Instagram verfolgen und zu Kunden machen kann.

    E-Commerce auf dem Vormarsch

    In den letzten Jahren ließen sich, so stieg Benjamin ein, rasante Veränderungen im B2C-Bereich beobachten: Der E-Commerce-Umsatz ist signifikant angestiegen und hat mehr Konkurrenz verursacht. Das läge vor allem an der leichten Bedienbarkeit von beispielsweise Online-Shops und der Tatsache, dass generell mehr Werbung im Internet geschaltet wird. Dies führe jedoch auch zu steigenden Traffic-Kosten: Nur mit der organischen Suche zu arbeiten, reiche schon lange nicht mehr aus. SEO ist immer aufwendiger geworden und die Sozialen Netzwerke haben im Paid-Bereich eine starke Stellung bezogen. Wie kann man heute also noch Besucher erreichen? Per Neukundenakquise? Hier warnt Benjamin davor, dass die damit verbundenen Kosten oftmals 5-7 Mal höher sind als die Kosten für die Bestandskunden. Auch als problematisch erachtet er die Ausrichtung von Unternehmen auf kurzfristige Erfolge: Diese bringen zwar Verkäufe, leisten aber keine anhaltende Zufriedenheit, da eine weitere Beratung oder eine Art After Sales-Support völlig ausbleiben.

    Besser wäre es daher, sich auf nachhaltige Erfolge zu konzentrieren. So könne man z.B. nach dem Kauf eine weitere Betreuung speziell für den Kunden anbieten. Es dürfte sich mehr Zufriedenheit einstellen, die eventuell zu mehr Verkäufen führt. Dieses Prinzip wird laut Benjamin bisher noch viel zu selten genutzt. Dabei könne man mit einfachen Tricks das Nutzerverhalten systematisch analysieren und dann gezielt auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen. All dies mithilfe von Funnels.

    Aber wie funktionieren Funnels nun genau?

    Eine gute Marketingstrategie stellt den Kunden in den Fokus – dies ist bei Funnels nicht anders. Und genau hier setzt auch die für ein Funnel wichtige Customer Journey an:

    1. Warmer Traffic:
      Die Nutzer bzw. Besucher werden zur Interaktion mit der Marke gebracht.
    2. Lead generieren:
      Ist der Nutzer „aufgewärmt“, so lässt sich leichter eine Vertrauensbasis erstellen. Er ist dadurch schneller bereit, bspw. seine E-Mail-Adresse zu verraten und sogar zu kaufen.
    3. Kundenakquise:
      Durch einen ersten Verkauf lassen sich Nutzer sukzessive „anfüttern“. Daher sollte im Anschluss auf jeden Fall eine Art After Sales-Support angeboten werden.
    4. CLTV maximieren:
      Der Customer Lifetime Value beschreibt die anhaltende Zufriedenheit des Kunden. Denn nur zufriedene Käufer werden potentiell erneut kaufen.

    Entlang der Customer Journey kann ein erfolgreicher Dialog mit dem Kunden aufgebaut werden. Je besser man seine Kunden kennt, desto leichter lassen sich maßgeschneiderte Botschaften über seine bevorzugten Kommunikationskanäle überbringen – genau so funktionieren optimal aufgestellte Funnels.

    Glückliche Nutzer, erfolgreiche Funnels

    Eine erfolgreiche Funnel-Strategie basiert also auf dem Ziel, nicht einfach nur zu verkaufen, sondern bei dem Kunden eine solche Zufriedenheit zu bewirken, dass er sich zum Bestandskunden entwickelt. Dabei stellt sich immer die Frage: An welcher Stelle lässt sich der Besucher abholen? Kommt ein Nutzer auf eine Shop-Seite und kauft nicht oder bricht den Kauf gar ab, so muss man die Gründe dafür hinterfragen. Durch Anzeigen und dergleichen lassen sich diese Nutzer wieder retargeten. Sie werden also immer weiter analysiert, um sie speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten erneut mit dem Angebot in Kontakt zu bringen – Dir fehlt XY? Dann brauchst du YZ! Diese Art der „Verfolgung“ wird mit Funnels realisiert.

    Retargeting: Ängste verstehen, Lösungen bieten

    Retargeting, also die erneute Fokussierung auf einen Kunden, ist wichtiger Bestandteil einer ausgeklügelten Funnel-Strategie. Ein gutes Retargeting nutzt die Informationen über den Nutzer, um diesen ganz gezielt ansprechen zu können. Es zeigt Benefits auf und geht auf den spezifischen Need des Kunden ein:

    • Finde Einwände des Kunden heraus und behandel diese.
    • Fördere Kompetenz, Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu deinen Kunden.
    • Fokussiere dich darauf, warum der Nutzer das Produkt braucht.
    • Zeige Probleme auf, die auftreten könnten, wenn der Nutzer das Produkte nicht kauft.
    • Präsentiere dem Kunden glaubwürdige Referenzen, Presseberichte, usw.
    • Behalte dein Ziel im Auge: Add To Carts Conversions, etc.

    Fazit

    Wichtig ist laut Benjamin, dass man seine Daten kennt. Nur so kann man sinnvoll mit ihnen arbeiten. Wie hoch ist der durchschnittliche Warenkorbwert meines Shops? Was sagt der Customer Lifetime Value? Wie verhalten sich die Costs per Aquision? Hat man die Antworten auf die wichtigsten Fragen, kann man laufende Kampagnen erst sinnvoll optimieren.

    Unser Head of Online Marketing hat einen kurzweiligen und extrem lehrreichen Vortrag mit anschaulichen Beispielen abgeliefert. Danke, Benjamin, für spannende Insights in doch nicht ganz so komplizierte Funnels!