Cookie Richtlinien und HTTPS: Altes, Neues, Kommendes

Cookie Richtlinien und HTTPS: Altes, Neues, Kommendes

Cookies und die Verschlüsselung HTTPS sind zwei Themen im großen Bereich Datenschutz, die in den letzten Jahren immer wieder in einschlägigen Schlagzeilen erschienen. In den vergangenen Monaten hat auch Google Aussagen zu ihnen getätigt:

  • Nutzer von AdSense und DoubleClick müssen Cookie-Hinweise mit aktiver Zustimmung einbauen.
  • Seiten mit Eingabefeldern oder Formularen zur Erfassung von Nutzerdaten, die nicht auf HTTPS laufen werden in Googles Browser Chrome ab Oktober mit einer Sicherheitswarnung angezeigt.

Interessant ist: Diese Meldungen kommen nicht aus dem Nichts, sondern bauen auf seit Jahren andauernde Entwicklungen auf: Sowohl die rechtliche Lage um Cookies in der EU mit der deutschen Sonderrolle, als auch das Fördern von HTTPS sind schon einige Zeit Gegenstand von Diskussionen und Überlegungen.

 

Cookies und der Datenschutz

Was genau ist die Cookie-Richtlinien und was sind Cookie-Hinweise?

“Cookie-Richtlinie” bezeichnet die Rahmenverordnung, meist speziell nach EU-Recht. “Cookie-Hinweis” ist ihre Umsetzung auf Webseiten, speziell in etwas freierer deutscher Auslegung.

Seit 2009 gibt es die “EU-Cookie-Richtlinie”, deren Vorgaben von den Mitgliedsstaaten in nationale Gesetze umgesetzt werden sollen. In der offiziell E-Privacy-Richtlinie 2009/136/EG genannten Ausarbeitung wird festgesetzt, dass Nutzer vor dem Laden von Cookies zustimmen muss, die den Nutzer tracken und eine gezielte Werbeansprache über Seitengrenzen hinweg ermöglichen.

Dieses Vorgehen, bei dem eine explizite Zustimmung abgewartet werden muss, wird auch Opt-In genannt. In der Praxis soll das mit einem Banner oder Slide-In gelöst sein, auf dem man beim Erstaufruf der Seite der Cookie-Nutzung zustimmen oder sie ablehnen kann.

Die Lage in Deutschland

Cookie-Hinweise bei Erstbesuchen sind inzwischen auch auf deutschen Seiten weit verbreitet. Sie weisen auf die Verwendung von Cookies auf einer Seite hin und bieten die Möglichkeit sich näher zu informieren. An sich sind sie speziell in Deutschland bisher keine Pflicht und kommen daher ohne den genannten Opt-In aus. Denn für Deutschland gilt: Das bereits bestehende Telemediengesetz (§ 15 Abs. 3 TMG) wurde als ausreichende Umsetzung der Richtlinie akzeptiert. Obwohl darin kein Opt-In gefordert wird, sondern der Hinweis auf einen nachträglichen Widerspruch, ein Opt-Out, genügt.

Genau: Die Cookies können in Deutschland momentan unabhängig von der Reaktion des Nutzers auf den Cookie-Hinweis schon indem Moment geladen werden, in dem er die Seite lädt. Das ist natürlich gut für Werbetreibende, da sich die Möglichkeit zum Opt-Out unaufgeregt in den Datenschutzerklärung im Impressum oder einer Datenschutz Unterseite verpacken lässt. Dort muss man die verwendeten Cookies mit Speicherdauer und Herkunft, sowie mögliche Fremdanbieter-Cookies erläutern. Damit ist in Deutschland grundsätzlich das Nötige getan, Hinweise in Slidern sind dann ein Bonus mit denen man auf Nummer sicher geht.

Ein Beispiel für ein Cookie Consent Banner

Ein Beispiel für ein Cookie Richtlinien Banner

Die meisten Banner und Slide-Ins in Deutschland werden vorausschauend auf diese Art gestaltet. Sie weisen auf die Verwendung von Cookies hin und leiten bei Interesse zu den entsprechenden Bestimmungen und Opt-Out-Hinweisen weiter. In der Praxis nutzt das zwar kaum ein Nutzer, sie werden aber an das Konzept gewöhnt, so dass eine Anpassung an sich ändernde Vorgaben einfacher möglich ist.

 

Ist das Einhalten der Cookie-Richtlinien für das Ranking relevant?

Die Umsetzung von EU-Recht ist für die Platzierung in den Suchergebnissen von Google nicht relevant. Sie bietet aber rechtliche Risiken.

Dieses Thema ist sehr EU-spezifisch und momentan noch im Fluss. Die nationalen Umsetzungen der Richtlinie sind wie so oft nicht einheitlich. Schon deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass Google oder andere Suchmaschinen es in ihre Algorithmen aufnehmen. Entsprechend hat man auch noch nichts von Auswirkungen auf das Ranking von Seiten bemerkt. Auf diesem Feld ist man sicher, auch wenn die weiteren Entwicklungen von Seiten der Gesetzgeber unabhängig davon interessant sind.

 

Also brauche ich mir keine Gedanken über Richtlinie und Hinweis für Cookies zu machen?

Ja und nein. Momentan reicht eine entsprechende Datenschutzerklärung auf einer einfach erreichbaren Seite aus. Manche Google-Produkte haben eigenen Ansprüche und die Situation wird sich in absehbarer Zeit wieder ändern. Besser ist es jetzt schon vorbereitet zu sein.

Mit Blick auf den europäischen Markt und seine Entwicklungen hat Google die EU-Richtlinien für seine Programme AdSense und DoubleClick eingebunden. Damit ist ein Cookie Richtlinien mit Opt-In für Nutzer dieser Produkte auch in Deutschland bereits nötig.

Momentan befinden sich die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die EU-E-Privacy-Verordnung, die die gleichnamige Richtlinie ersetzen soll, im Abstimmungsprozess der EU. Beide sollen zum 25. Mai 2018 wirksam verabschiedet werden. Es lohnt sich also das Thema im Blick zu behalten, auch wenn es momentan noch nicht akut ist.

Wir raten zur Vorsorge. Ein Cookie Richtlinien Banner ist keine große Sache, aber es reduziert schon heute rechtliche Risiken. Außerdem führt es die Nutzer an dieses wichtige Thema heran, so dass kommende Verschärfungen keine so große Hemmschwelle mehr darstellen.

 

Worauf kann man sich für die Zukunft einstellen?

Noch lässt sich wenig Verbindliches sagen, allerdings sind auch die Zwischenschritte hin zu neuen Verordnungen schon interessant.

Wichtig ist das Wort “Verordnung”. Im Gegensatz zur Richtlinie soll die EU-E-Privacy-Verordnung zum 25. Mai 2015 direkt geltendes Recht werden. Bleibt es dabei, braucht keine nationale Gesetzgebung mehr zwischengeschaltet werden: Weniger nationale Schlupflöcher, schnellere Gültigkeit.

Da aber für die EU-E-Privacy-Verordnung bisher nur der Entwurf und die Stellungnahmen dazu vorliegen, ist wahrscheinlich, dass sich die Umsetzung noch hinzieht. Übergangsfristen sind absehbar. Es ist schwer zu sagen was aus dem Entwurf im politischen Abstimmungsprozess wird. Änderungen sind unvermeidlich.

Wer sich näher für den möglichen zukünftigen Umgang mit Cookies interessiert, der sollte trotzdem schon jetzt einen Blick in den Entwurf werfen. Die Absätze (19) bis (24) sprechen eher gegen “Richtlinien -Balken” und für eine verbindliche Lösung auf Browser-Ebene. Allerdings ist absehbar, dass die Datenschutz-Grundverordnung freie, spezifische und informierte Zustimmung fordern wird. Wie die Spannung zwischen Browser-Einstellung und einzelner Cookie-Zustimmung ausfallen wird, ist noch offen.

Das Anlegen anonymer Nutzerprofile soll ohne ausdrückliche Einwilligung des Nutzers verboten werden. Das kann unabhängig vom Cookie Richtlinien ein harter Schlag für das Online Tracking sein.

Der Europäische Datenschutzbeauftragte hat in seiner Stellungnahme unter Anderem die Komplexität der Regelung kritisiert. Den Entwurfstext in englischer Sprache und die wichtigsten Materialien findest Du bei Computer und Recht zusammengestellt.

 

HTTPS und das Ranking

Was ist HTTPS?

HTTPS ist ein Verbindungsprotokoll für verschlüsselte Internetverbindungen. Für sie benötigt der Seitenanbieter ein Zertifikat.

Die Abkürzung HTTPS steht für HyperText Transfer Protocol Secure, ein Übertragungsprotokoll für die Kommunikation zwischen dem Browser eines Internetnutzers und dem Server einer Internetseite. Im Unterschied zum bisher allgemein üblichen HTTP wird diese Kommunikation mit einem Zertifikat begonnen, die der Server als Ausweis der Vertrauenswürdigkeit sendet. Danach sendet der Browser einen Schlüssel, um die weitere Kommunikation verschlüsselt ablaufen zu lassen. Meist wird für die Verschlüsselung SSL verwendet.
In Browsern werden entsprechende Verbindungen auch grafisch gekennzeichnet. Das Symbol ist meist ein geschlossenes Vorhängeschloss.

Durch diese Verschlüsselung und das Zertifikat wird das Auslesen von Eingabedaten und Phishing verhindert. Entsprechende Zertifikate können allerdings für Seitenbetreiber abhängig von Domain und Traffic merklich Kosten verursachen. Bisher ist HTTPS im Bereich Mail, Social Media, Banking und Shopping der Standard.

 

Wie beeinflusst die Wahl von HTTP oder HTTPS mein Ranking?

Definitiv. Google bevorzugt Seiten, die gesicherte Verbindungen ermöglichen, auch wenn die Gewichtung wie immer nicht ganz klar ist. Die Warneinblendungen von Chrome bei ungesicherten Formularen sind ein eigener Faktor.

Google arbeitet schon seit Längerem an mehr Sicherheit im Web. Zu diesem Zweck werden gezielt verschlüsselte Verbindungen gefördert und es wurde sogar der Ansatz “HTTPS überall” aufgebracht. Dass HTTPS schon seit 2014 offiziell ein Rankingfaktor ist, ist deshalb wenig überraschend. Ende 2015 gab Google außerdem bekannt, dass bei zwei Varianten einer Seite HTTPS bevorzugt indexiert wird.

Wir wissen nicht welches konkrete Gewicht HTTPS aktuell als Ranking-Signal hat. 2014 wurde es mit 1% gewichtet. Grundsätzlich spielen die verschiedenen Faktoren aber merklich zusammen.

Beispiele für Sicherheitsmeldungen bei Chrome

Verschiedene Sicherheitsmeldungen bei Chrome

Bei Chrome wird nun nicht nur neben der Adressleiste eine Warnung angezeigt, wenn der Nutzer auf eine ungesicherte Seite mit Formularfeldern geht, seit Oktober erscheint diese Warnung auch bei Nutzung des Inkognito-Modus und in schweren Fällen direkt an den Formular-Feldern.

Das zeigt, dass Google seine Agenda zum sicheren Web immer noch verfolgt. Außerdem steht zu erwarten, dass diese Warnung auch in anderen Browsern übernommen wird.
Es kann gut sein, dass das Nutzer dazu bringt unverschlüsselte Formulare und vielleicht sogar generelle unverschlüsselte Verbindungen zu meiden. Das würde die Nutzersignale, vor allem die Bounce Rate beeinflusst und so die Relevanz von HTTPS im Ranking indirekt weiter verstärkt.

 

Wie wird die zukünftige Rolle von HTTPS sein?

Das Bedürfnis nach sicheren Web-Umgebungen und Googles Unterstützung werden HTTPS zum Standard professioneller Seiten machen. Hier gehen Verbraucherschutz und Konzerninteressen ausnahmsweise Hand in Hand.

HTTPS ist sicherer, schafft Vertrauen beim Kunden und benötigt keine spezielle Software. Der Mehraufwand nach einer Umstellung beschränkt sich auf die Mehrkosten für das Zertifikat und durch die Verschlüsselung leicht erhöhte Antwortzeit des Servers. Sowohl aus Sicht potentieller Nutzer als auch aus Sicht von Google gibt es keinen Grund, der gegen eine generelle Verwendung von HTTPS im ganzen Web spricht. Über kurz oder lang geht der Trend sicher hin zu sichereren Protokollen für alle professionellen Seiten.

Es kann gut sein, dass Google in der Zukunft dazu übergeht ungesicherte Seiten im Ranking aktiv abzuwerten. Das geschieht sicher nicht über Nacht und die oben genannten Einflüsse, die sichere Verbindungen im Ranking stärken, werden den Effekt verwischen. Die Möglichkeit besteht aber.

Vielleicht viel wichtiger ist eine andere Vermutung: Für die Gesamtheit der Webseiten gibt es derzeit kein einheitliches Gütesiegel, das grundsätzlich seriöse, professionelle Seiten kennzeichnet. HTTPS mit der Prüf- und Kostenschwelle seines Zertifikats könnte von Nutzern auf mittlere Sicht als solches wahrgenommen werden. Tatsächlich liegt diese Schwelle sehr niedrig und sichere Verbindung und seriöse Seite haben keine direkte Korrelation. Trotzdem wäre es fahrlässig eine solche Entwicklung zu verpassen, wenn bereit andere Vorteile für die Umstellung auf HTTPS sprechen.

Unser Fazit

Auch im schnelllebigen Umfeld des Internets können sich Entwicklungen und Pläne über Jahre stringent hinziehen. Und auch dort haben Gesetzgebungsverfahren Einfluss, die einerseits über Jahre quälend langsam erscheinen, dann aber überraschend schnell Anwendung finden müssen. Sowohl im Fall von Cookie Richtlinien, als auch von HTTPS ist es an der Zeit tätig zu werden, falls man noch keine Maßnahmen ergriffen hat. Die weiteren Entwicklungen könnten sonst zu tatsächlichen Verlusten im Ranking oder sogar rechtlichen Problemen führen.

Die Richtung beider Entwicklungen konnten wir in den letzten Jahren bereits gut verfolgen. Mit ein wenig Hilfe kann jeder seine Seite in doppelter Hinsicht sicherer machen und bereit für die zukünftigen Herausforderungen des Datenschutzes im Internet.

SEO für Online-Shops

SEO für Online-Shops

Die Suchmaschinenoptimierung ist für Online-Shops in der Regel die wichtigste Traffic-Quelle, wie Studien immer wieder belegen. Der Grund dafür liegt nicht zuletzt im Charakter der organischen Suche an sich: Die Suche nach einem bestimmten Produkt bestimmt den Kern des Käuferverhaltens. Doch mit der Weiterentwicklung von Googles Algorithmen haben sich auch die Rankingfaktoren für den E-Commerce verändert.

Die organische Suche bestimmt weiterhin den Traffic beim E-Commerce

Eine Studie unter anderem zum Anteil der organischen Suche am Traffic von Online-Shops brachte 2016 die Agentur Aufgesang heraus. Untersucht wurden die 199 umsatzstärksten deutschen Webshops. Die Umfrage verzeichnete bei den organischen Suchergebnissen am Traffic einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von etwa einem Prozent. Der Anteil in den zwölf untersuchten Handelsbranchen machte mit 82,5 Prozent eindeutig den Löwenanteil der Traffic-Quellen aus. Auch die Universal-Search-Ergebnisse gewannen mit 10,1 statt 9,0 im Vorjahr als Traffic-Geber an Bedeutung. Ausnahmen bildeten die Medien- und die Arzneimittelbranche, die verstärkt mit AdWords arbeiteten.

Die Kleinen geraten beim SEO immer stärker unter Druck

Eine andere Studie, die von dem Handelsverband Deutschland und dem Institut für Handelsforschung (IFH) regelmäßig unter dem Titel “e-KIX” veröffentlicht wird, ergänzt das nicht ganz aktuelle Bild durch die Einschätzungen deutscher Online-Händler. Der e-KIX befragte 2016 400 Händler nach ihrer Meinung hinsichtlich der momentanen und zukünftigen Online-Umsätze für die nächsten 12 Monate. Die Befragten sahen für den angesprochenen Zeitraum leicht negative Umsatzentwicklungen. Für 59 Prozent der Shop-Betreiber lag der Grund dafür im steigenden Konkurrenzdruck durch andere Online-Händler, für 45 Prozent speziell die Konkurrenz durch Amazon und eBay. Wer mit seinem Online-Shop bestehen möchte, muss in seiner Suchmaschinenoptimierung gegen große finanzkräftige Player aus der eigenen Branche und gleichzeitig gegen die großen Marktplätze bestehen.

Die aktuelle Entwicklung der Suchmaschinenoptimierung

Die Suchmaschinenoptimierung ist immer wieder neuen Anforderungen ausgesetzt, die sich aus der regelmäßigen Weiterentwicklung von Googles Suchmaschine ergeben. Die jüngsten Entwicklungen der Rankingfaktoren könnten allerdings die Branche der Suchmaschinenoptimierer selber in ihren Grundfesten erschüttern. Ein anschauliches Bild dazu liefert die jährlich erscheinende Studie von Searchmetrics, die sich in ihrer letzten Ausgabe 2017 außerstande sah, die jeweiligen Anteile der Rankingfaktoren in ihrem Ausmaß genauer zu bestimmen. Googles Algorithmen werden offenbar mittlerweile integriert in ein Machine Learning, das Nutzerverhalten und Rankingfaktoren immer wieder gegenliest und neue Gewichtungen vornimmt. Das Ergebnis ist eine Art ganzheitliches Prinzip von SEO, das die Auswirkungen von Einzelaspekten kaum noch messen lässt. Einen deutlichen Gewinner dieser Entwicklung gibt es: Die Content-Produktion, die sich nunmehr weniger durch “oberflächliche” Keyword-Platzierungen auszeichnet als dadurch, dass das Thema einer Page holostisch in der Tiefe herausgearbeitet wird, außerdem das Informationsbedürfnis des einzelnen Nutzers befriedigen muss. Auch wenn vieles an dem Bild noch unklar und im Detail nicht immer überzeugend ist: Die Anforderungen an das SEO allgemein und damit auch an das SEO für Online-Shops haben sich mittlerweile verschoben.

Rankingfaktoren 2017 für den E-Commerce laut Searchmetrics

Die Anzahl der Rankingfaktoren soll sich – wie es heißt – auf über 200 belaufen. Von jeder dieser Faktoren gibt es – laut Aussage von Matt Cutts – jeweils über 50 Varianten. Hier sollen nur grundlegende Rankingfaktoren genannt werden:

  • Qualität und Quantität des Contents (holostisch und unique)
  • Content-Aktualisierungen
  • Vorkommen des jeweiligen Fokus-Keywords in Überschriften, Text, URL, Formaten, als Alt-Attribut und in der Meta-Description
  • Nutzerfreundlichkeit der Seite
  • Klickrate der Seite auf der Suchergebnisseite (SERP)
  • Verweildauer der Nutzer auf der Seite
  • Absprungrate
  • Responsive Design (mobile)
  • Menge und Qualität der Backlinks auf die Website
  • Social Signals (mindestens indirekt über den Traffic, umstritten)
  • Top Level Domain (TLD)

 

Searchmetrics hat in diesem Jahr zwei branchenbezogene Studien zu Rankingfaktoren herausgegeben, eine davon zum E-Commerce. Hier finden sich im Vergleich zu den allgemeinen Faktoren folgende Gewichtungen:

 

  • Überdurchschnittlich viele interne Links
  • möglichst wenige AdSense-Anzeigen
  • viele Bullet Points mit maximal 15 Bullets
  • kein Flash
  • wenige Signale von Facebook
  • Dateigrößen bis zu 50 Prozent größer als andere Seiten
  • Content-Darstellung auf einem Screen (above the fold)
  • interaktive Elemente (40 mehr als andere)
  • Wortanzahl 30 Prozent mehr als andere
  • Top Level Domain passend zum Publikum

Wie realistisch sind Searchmetrics Rankingsfaktoren für den E-Commerce?

Grundsätzlich leiden Studien zu Rankingfaktoren unter dem Verdacht, lediglich die Häufung von Merkmalen zu messen, ohne einen kausalen Zusammenhang wirklich belegen zu können. Wenn die Top-10-Seiten analysiert werden, werden eben alle möglichen Eigenschaften dieser Seiten gemessen, von denen manche auf alle dieser Seiten zutrifft. Ob diese Eigenschaften deshalb tatsächlich Rankingfaktoren sind oder welches Ausmaß sie tatsächlich haben, steht auf einem anderen Blatt.

Die Rankingfaktoren, die Searchmetrics als E-Commerce-typisch herausstellt, sind jedenfalls folgende:


1. Überdurchschnittlich viele interne Links:

Die häufige Verwendung interner Links ist spätestens wegen der häufig praktizierten Empfehlungsfunktion an sich typisch für Shops. Empfehlungen kommen allerdings dem Kundeninteresse entgegen, sind insofern nutzerfreundlich und passen sich in Googles Bewertungsmuster positiv ein.


2. möglichst wenige AdSense-Anzeigen:

AdSense-Anzeigen verweisen auf Angebote außerhalb einer Seite, sind schlicht Werbung und passen insoweit wenig zu der Ideen, einen Shop nutzerfreundlich zu machen. Deshalb macht das Kriterium Sinn. AdSense-Anzeigen passen ja schon intuitiv nicht zu einem Shop.


3. viele Bullet Points mit maximal 15 Bullets:

Listen wie Bullet Points sind sehr gut dazu geeignet, eine Anzahl von Eigenschaften übersichtlich aufzulisten, die ein Produkt hat. Insofern sind sie nutzerfreundlich und passen in ein Ranking-Konzept für Webshops.


4. kein Flash

Flash gilt im Internet seit längerem als problematisches Format. Dass Google Seiten mit Flash negativ bewerten möchte, ist also nachvollziehbar.


5. wenige Signale von Facebook

Die Social Media und speziell Facebook haben in den letzten Jahren nicht die Rolle für den ECommerce gespielt, die viele sich erhofft hatten. Konzerne wie Procter & Gambler haben sich fast völlig aus ihrem Engagement bei Facebook zurückgezogen. Dass die Facebook-Aktivitäten eines Shops niedrig sind, hat also möglicherweise mehr mit dem fehlenden ROI als mit Rankingfaktoren zu tun.


6. Dateigrößen bis zu 50 Prozent größer als andere Seiten

Da Online-Shops ihre Produkte visuell präsentieren und zwar möglichst mit mehrere Bildern, ist Google wohl gezwungen, solchen Seiten gewissermaßen einen Dateigrößen-Aufschlag zu geben. Das müsste nicht zwangsläufig bedeuten, dass niedrige Dateigrößen nicht rankingfördernd wären.


7. Content-Darstellung auf einem Screen (above the fold)

Der gesamte Content auf einem Blick übersehbar: das ist sicherlich ein Ideal der Nutzerfreundlichkeit und würde als Rankingfaktor Sinn machen. Im Verein mit dem Tatsache, dass Google auf Webshops besonders lange Texte gerne sieht (siehe 9.), ergibt sich allerdings ein Gegensatz, der nur aufgelöst werden kann, wenn das Layout über Register oder ähnliche platzsparende Mittel arbeitet.


8. interaktive Elemente (40 mehr als andere):

Interaktive Elemente sind im E-Commerce von großer Bedeutung, wenn es um die Festlegung von Anzahl, Größe, Farbe und anderer Eigenschaften eines Produkts geht. Interaktive Elemente wie diese sind deshalb nutzerfreundlich und aus Googles Sicht dem Ranking förderlich.


9. Wortanzahl 30 Prozent mehr als andere:

Searchmetrics Studienausgabe 2016 hat als optimale Wortanzahl top-rankender Websites die Zahl 900 ausgegeben. US-amerikanische Studien haben sogar höhere Zahlen genannt. Wie eine Page, die eine einfache Schraube verkaufen will, einen Redakteur zu sogar 30 Prozent längeren Texten inspirieren soll, ist fraglich und macht eigentlich erst Sinn, wenn der Wert nicht auf die Produktseiten allein, sondern auf die Website insgesamt bezogen wird und im Zusammenhang etwa mit Ratgeberseiten gerechnet wird.


10. Top Level Domain passend zum Publikum:

Dass ein Online-Shop, der in einem bestimmten Land in einer bestimmten Sprache die entsprechende Top Level Domain (im deutschen Fall .de) aufweist, macht schon aus Gründen der Seitenarchitektur Sinn. Auch für die Kunden dürfte es einfacher sein, an Informationen über eine Seite zu gelangen. Der Zugewinn an technischer Handhabbarkeit und geschäftlicher Seriosität spricht für den Rankingfaktor.

Für die meisten von Searchmetrics genannten Faktoren macht es Sinn, sie zumindest als Spezialisierung der allgemeinen Rankingfaktoren zu sehen, wie etwa die größere Toleranz bei den Dateigrößen. Aufmerken lassen sollte allerdings die größere Wortanzahl, denn sie hätte für Shop-Betreiber sehr konkrete Konsequenzen.

Mehr Content für Online-Shops?

Falls die angegebene Wortanzahl in Searchmetrics E-Commerce-Studie mehr wiedergibt als eine Morphologie, müssten Shop-Betreiber nunmehr eine Wortanzahl von 1.200 als Optimum ansehen. Das Budget für Content-Produktionen müsste entsprechend ansteigen. Neben Steigerungen der Quantität wären aber auch bei der Contents-Qualität Verbesserungen zu erwarten. Hinsichtlich der Entwicklung neuer Features stößt eine solche Erwartung allerdings auf anders geartete Vorstellungen bei den Betreiber selber. Die Befragten im oben zitierten e-KIX jedenfalls sahen in der Entwicklung neuer Content-Feature keinen zukünftigen Umsatztreiber. Es ist also denkbar, dass der vor einiger Zeit von einigen Agenturen beschriebene neue Content-Commerce, der die Grenzen zwischen Shopping und Unterhaltung verwischen und zusätzlich Informationen und Hintergründe zu Produkten und Kampagnen liefern solle, eine Wunschvorstellung bleibt. Mit einer allgemeinen Vergrößerung der Wortanzahl in Online-Shops ist allerdings zu rechnen, und vor allem kleineren Shops ist zu raten, mit einzelnen Content-Ausweitungen zu testen, inwieweit sie ihren Nachteil gegenüber den großen Konkurrenten bei der allgemeinen Performance ausgleichen können.

#5: SEO stärkt die Reputation nachhaltig – und bringt so Neukunden

#5: SEO stärkt die Reputation nachhaltig – und bringt so Neukunden

SEO ist vor allem aufgrund eines ganz besonderen Aspektes interessant: Es erhöht die Sichtbarkeit, und zwar nicht nur in diesem einen Moment der Suchanfrage. Da Suchmaschinenoptimierung langfristig ausgelegt ist, bedeutet diese Maßnahme, dass Suchende immer häufiger mit dem Unternehmens-, Marken- oder Produktnamen in Kontakt kommen. Dieses Form von Brand Awareness ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, stärkt er doch die Expertenstellungen des Unternehmens in einem ganz bestimmten Kontext.

Nachhaltige Maßnahme

SEO belohnt mit Neukunden

SEO ist steuer- und messbar

Bei einem Klickpreis von einem Euro, 300 Klicks pro Monat und 30 daraus resultierenden Verkäufen zu einem Preis von 50 Euro, liegt der ROI pro Monat bei 1.200 Euro. Im gesamten Jahr ergibt sich ein ROI von 14.400 Euro – und zwar pro Produkt.

#4: SEO ist messbar

#4: SEO ist messbar

Die Zusammenarbeit mit einem SEO-Profi bedeutet, dass alle umgesetzten Maßnahmen und Erfolge protokolliert, analysiert und bewertet werden. So lassen sich sehr schnell messbare Kennzahlen erstellen, auf deren Basis die SEO-Erfolge bewertet werden können.

Hier liegt es auch am Unternehmer (als Auftragsgeber) den Wert von Traffic-Zuwächsen und darauf resultierenden Käufen zu erkennen. Es muss nicht immer eine Top-1-Position zu einem bestimmten Keyword sein, um Erfolge verzeichnen zu können.

Noch sehr viel einfacher zu messen ist der Return-of-Investment (ROI) von Google AdWords Anzeigen als Teil der SEO-Maßnahmen. Mit einem entsprechenden Tracking der Anzeigen-Klicks lassen sich alle notwendigen Kennzahlen ablesen:

Sehr hohe Reichweite!

Sehr hohe Flexibilität!

Sehr hohe Zielgruppengenauigkeit!

Bei einem Klickpreis von einem Euro, 300 Klicks pro Monat und 30 daraus resultierenden Verkäufen zu einem Preis von 50 Euro, liegt der ROI pro Monat bei 1.200 Euro. Im gesamten Jahr ergibt sich ein ROI von 14.400 Euro – und zwar pro Produkt.

#2: SEO bietet Lösungen direkt an

#2: SEO bietet Lösungen direkt an

Suchmaschinenoptimierung hat einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Akquise-Maßnahmen: Der potenzielle Neukunde muss nicht davon überzeugt werden, dass er die angebotenen Produkte oder Dienstleistungen benötigt – denn er weiß es schon, sonst würde die Unternehmenswebseite mit seinem Angebot nicht auftauchen. SEO agiert also nach dem Pull-Prinzip, das in drei Schritten funktioniert:

Der Kunde sucht eine Lösung durch Eingabe von Keywords.

Das Unternehmen bietet eine Lösung

Der Kunde kauft beim Unternehmen ein – einfacher könnte die Akquise nicht sein