OMahoi: Ein weiterer Anker im Online Marketing für Münster

OMahoi: Ein weiterer Anker im Online Marketing für Münster

Am 27.06.2019 fand in Münster die erste Online Marketing-Konferenz OMahoi statt. Thorsten Piening von Qualitytraffic hat diese Konferenz als Pendant zu seiner in Bielefeld etablierten Marketingkonferenz OMKB ins Leben gerufen. Etwa 200 Online Marketing-Interessierte fanden sich auf dem Gelände des Factory Hotels ein, um in perfekter Umgebung den Vorträgen angesagter Top-Speaker der digitalen Szene zu folgen. Unser Geschäftsführer Martin Witte war ein geladener Teilnehmer und hat uns seine Eindrücke des Events geschildert. (mehr …)

Sommerliche Campixx-Folgen

Sommerliche Campixx-Folgen

Konferenzen haben manchmal ein Nachspiel. In unserem Fall ein sehr erfreuliches.

Auf der Campixx erfuhr Martin Witte, dass Marcus Böttcher von Bio-Circle Surface Technology keinen Ramazzotti trinkt. Marcus Böttcher erfuhr, dass Martin Witte Ramazzotti durchaus trinkt. Was für ein Zufall, dass Marcus Böttcher noch größere Mengen Ramazzotti im Keller hat.

Nach diesem abendlichen Gespräch in Berlin kam dann auch bald ein schweres Paket in Münster an: sechs Flaschen mit besten Mailänder Kräuterlikör und viele Grüße aus Gütersloh.

Im Ernst? Du trinkst das Zeug? Ich habe noch den halben Keller voll damit!

Marcus Böttcher

Ecommerce Marketing Manager, Bio-Circle Surface Technology GmbH

Jetzt ist der Sommer mit ganzer Macht da und Münster fühlt sich ein wenig an wie Italien. Es ist also Zeit die Schönheiten auszupacken. Nach Feierabend warten am Mittwoch dann Eis, Ausblick und ein langes Wochenende.

Könnte es sein, dass außer Martin kaum jemand in der Agentur Ramazzotti mag? Wir werden es herausfinden.

Münster ist vielleicht nicht Mailand, aber das Gasometer und der Kanal nehmen es bestimmt mit dem Dom und dem Naviglio Grande auf.

Bestimmt! 

Und die Moral von der Geschicht‘:

 

Im Online Marketing kann’s passieren,

dass Schnapsgeschenke sich vermehren.

Kellerplatz ist wertvoll heute,

doch zum Glück kennt man ja Leute,

die man auf Konferenzen spricht

und die den Kräuter fürchten nicht.

 

Vielen Dank Marcus.

Mit so einem großen Geschenk hat niemand gerechnet. Da braucht es schon einen besonderen Moment, um es zu würdigen. Online-Profession wünscht dir alles Gute.

Die OMK Lüneburg geht am 19.09.2019 in die nächste Runde

Am 19.09.2019 findet die 8. Online Marketing Konferenz, organisiert von web-netz, in Lüneburg in der Leuphana Universität statt. Erneut erwarten euch zahlreiche Vorträge von Top-Speakern rund um die Themen Online-Marketing, E-Commerce und Digitalisierung. Auch wir werden wieder mit dabei sein und freuen uns schon auf einen intensiven Austausch von Wissen, die heißesten News der Branche und ein geselliges Networking.

Die OMK 2019 kurz & knapp:

  • 1.500 erwartete Teilnehmer
  • über 50 Top-Speaker
  • mehr als 40 Vorträge
  • verteilt auf 6 Stages

Top-Speaker & brandaktuelle Insights

Moderiert wird die diesjährige OMK von Aljoscha Höhn, Janine Mehner und Janine Drynda, die unter der Schirmherrschaft des Ministers für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann, Top-Referenten aus Wissenschaft und Wirtschaft begrüßen werden. Unter den Vortragenden sind Keynotesprecher Prof. Dr. Tobias Kollmann, enfore-Gründer & CEO Marco Börries, Online-Marketing Experte Felix Beilharz, die Bloggerinnen Güldane Altekrüger (Wölkchenbäckerei) und Caroline Preuss (Pinterest-Expertin), Max Gassner von adidas und New-Work Expertin Prof. Dr. Laura von Gilsa. Lasst euch außerdem inspirieren von Coskun Tuna zum Thema Native Advertising, Robert Zitzmann, dem Geschäftsführer von Jung von Matt/SPORTS, und von dem Online Marketing-Experten Karl Kratz.

Freut euch auf:

  • die versammelte Online-Marketing-Expertise namhafter Unternehmen, Hochschulen und Institutionen.
  • die gesamte Bandbreite des Online-Marketings von E-Commerce über Social Media, SEO & SEA bis zu B2B- und Amazon-Marketing.
  • aktuelle Top-Themen und praxisnahe Vorträge und Diskussionen zu brandheißen Themen wie Influencer-Marketing, Big Data und Datenschutz.

Versorgt werdet ihr bei all den potentiell hitzigen Diskussionen mit kühlen Getränken, kleinen und großen Snacks und einer After-Show-Party mit Live-Musik, DJ und coolen Drinks.

Sichert euch eure Tickets und findet alle wichtigen Infos unter www.omk.live. Wir sehen uns bei der OMK 2019!

Die OMahoi sticht bald in See: Jetzt Ticketrabatt sichern!

Die OMahoi sticht bald in See: Jetzt Ticketrabatt sichern!

Am 27. Juni ist es soweit: Die OMahoi setzt den Anker in der Cloud Eventhalle des Factory Hotels in Münster. Das Event hält ein vollgepacktes Programm mit vielen Experten aus der Online Marketing-Branche für euch bereit. Freut euch auf Tipps für den Social Media-Bereich, Einblicke in Google Analytics, aktuelle Marketing-Trends und noch vieles mehr! Seid dabei, wenn die OMahoi in der Fahrradstadt Münster die Segel lichtet. Und sichert euch mit Online-Profession jetzt noch schnell einen exklusiven Ticket-Rabatt!

Noch keine Tickets für die OMahoi ergattert?

Mit dem Code „BX8KR4“ erhaltet ihr 20% Rabatt auf eure Tickets!

Neuer Input von Top-Speakern im Herzen des Münsterlandes

Die OMahoi hat sechs große Experten an Land gezogen und bietet euch neben spannenden Insights auch die Gelegenheit zu geselligem Networken im Anschluss an das Event. Lasst euch von den News und Trends der Branche inspirieren und tauscht euch danach bei Snacks und kühlen Getränken aus. Seid dabei!

 

Das OMahoi-Lineup am 27.06.2019:


11 frische Social Media Tipps

Mit welchen Strategien können Reichweite, Interaktionen und Conversions erweitert werden?
> Felix Beilharz teilt mit euch die neuesten Branchen-Insights.

Google Analytics: Die Customer Journey in der Webanalyse
Wie lässt sich die Customer Journey der Kunden mit Google Analytics nachvollziehen?
> Michael Janssen leitet euch durch die Grundlagen des Online-Marketings.

Inhouse-SEO 2019: Warum unternehmensinterne SEOs so wichtig sind
Wie schöpft man die Potentiale von SEOs in Unternehmen voll aus?
> Heiko Stammel zeigt euch die Vor- und Nachteile der Arbeit als Inhouse-SEO.

User first. Data second. Diese Trends verändern das Online-Marketing!
Was bieten die neuesten Trends Voice Search, Data Marketing, Automation und Content-Lake?
> Norman Nielsen wagt mit euch einen Blick in die Zukunft des Online-Marketings.

Google Ads – im Wandel der Zeit
Wie lässt sich Googles Zukunft durch das Beispiel der Paid Search-Strategie von Audible prognostizieren?
> Sophia Skuratowicz geht mit euch der Frage nach, was Google Ads noch bereit halten.

Die Kunst digitaler Berührung
Wie erreicht man durch digitale Einzigartigkeit mehr Aufmerksamkeit für die eigene Webseite?
> Karl Kratz wird euch zum krönenden Abschluss die digitalen Augen öffnen.

Rheinwerk Online Marketing Konferenz 2019 – Recap

Rheinwerk Online Marketing Konferenz 2019 – Recap

Der Rheinwerk Verlag lud am 16. Mai 2019 in Köln zu seiner ersten Online Marketing Konferenz. Unter dem Motto „Deep Dive into Marketing“ trafen sich etwa 200 Marketer im Dock One zwischen Rhein und Backstein-Hallen. In zwei Keynotes und Vorträgen drei parallelen Slots nahmen die Speaker ihr Publikum mit auf einem Tauchgang in die Online Marketing Tiefen.

Die Location

Die alten Hafenhallen zwischen Deutz und Mühlheim sind mitten im Umbau und der Rheinwerk Verlag hatte für seine erste Online Marketing Konferenz die bereits hergerichteten Räume von Dock.One gewählt. Während auf dem einen Nachbargrundstück entkernt wurde, wuchsen auf dem anderen Birken auf den Mauerkronen. In der Konferenzhalle aber herrschte moderner Industrie-Chic mit einem beeindruckenden Licht-Konzept.

Für die drei Slots war ein großer Bereich an der Stirnseite der Halle mit deckenhohen Vorhängen abgetrennt. Ein kleinerer Bereich war durch eine Stellwand getrennt. Der dritte Vortragsbereich befand sich auf der Empore der Halle. Da die Empore offen für den Schall der anderen Vorträge war, gab es hier einen besonderen Kniff: Jeder der 80 Plätze hatte Kopfhörer, über die man die Referenten direkt hören konnte.

Auf der zentralen Fläche zwischen den Vortragsbereichen konnte man sich in Sitzgruppen zusammensetzen, in den ausliegenden Büchern des Rheinwerk Verlags blättern und das Catering genießen. Dank weitgehend schönem Wetter saß es sich in den Pausen auch draußen sehr angenehm. Denn nach einigen Stunden wurde die farbige Beleuchtung dann doch anstrengend.

In dieser eindrucksvollen Umgebung begann um 9:15 Uhr der Konferenztag mit der Begrüßung und der ersten Keynote.

Dr. Kerstin Hoffmann: Die Zukunft der digitalen Kommunikation

Die erste Keynote begann mit einem Blick nach Usbekistan. So unpassend das im ersten Moment klingen mag: Die Ausführungen von Frau Dr. Hoffmann über die Rolle von Kommunikationskulturen und die Rolle von digitalen Kanälen für die Kommunikation der Zukunft hatte in der Ex-Sowjetrepublik einen guten Startpunkt.

Wenn in Usbekistans Städten in allen Hotels und Cafés freies WLAN verfügbar ist und Firmen dort nicht E-Mail, sondern Messenger-Dienste für die interne Kommunikation nutzen, dann zeigt dass: Es drohen gerade Wirtschaften an deutschen Firmen vorbeizuziehen, die wir gar nicht im Blick haben. Und zwar durch das Eingehen auf neue Kommunikationsformen und -technologien.

Wer sich überlegen will, wie Menschen in der Zukunft kommunizieren werden, MUSS sich mit Technik geschäftigen. (…) Technologie steuert Kommunikation.

Dr. Kerstin Hoffmann

Den Ablauf disruptiver technischer Änderungen brachte die Referentin am Beispiel von Navigation hervorragend auf den Punkt. Straßenatlas, Navigationsgerät, Navigations-Apps auf dem Smartphone, Google-Maps auf dem Smartphone und schließlich die immer besseren Möglichkeiten rein akustischer Wegleitung:

Genau betrachtet geht es nicht um die Kommunikation der Zukunft, sondern darum Kommunikation als ein System im ständigen Wandel zu begreifen. Ein System dessen einzige Konstante unter den verschiedenen Übergangslösungen der Faktor Mensch ist.

Bevor es konkret um mögliche Formen der Kommunikation in den nächsten Jahrzehnten ging, nahm sich Frau Dr. Hoffmann erst einmal die schwierige Welt der Prognosen vor. Gefühlte Wahrheit, erfragte Wahrheit und gemessene Wahrheit, sowie Zielgruppenkritik gab es im Schnelldurchlauf.

Merke:

Einschätzungen zu sammeln ergibt gutes Klickbait, aber keine gute Grundlage für Prognosen.

 

Laut Frau Dr. Hoffmann gilt es vor allem die aktuellen technischen Möglichkeiten zu beherrschen und mit der Konstanten „Mensch“ zu arbeiten. 

So fliehen Menschen vor Reklame immer wieder in neue, scheinbar geschützte Räume, in die ihnen Marketing dann folgt. Aktuelle Beispiele sind die Plattform TikTok und der Umstand, dass selbst Facebook nicht mehr auf Facebook setzt, sondern nach Wegen sucht private Messenger Nutzung für Werbekunden zugänglich zu machen. Ein weiterer Aspekt des Rückzugs in private und geschlossene Systeme ist, dass die Nutzer so selbst die Informationsflut der digitalen Welt regulieren.  

Durch die Menge zugänglicher Informationen können selbst hochwertige Inhalte schnell „überspült“ werden. Umso wichtiger sind daher die Beziehung zwischen dem Unternehmen und den Kunden über die Marke und die Qualität der Leistung. Ohne diese Grundlagen wird es in Zukunft noch schwieriger in Kommunikation mit Kunden und Umfeld zu treten.

 

Das Sender-Empfänger-Paradigma ist out. Onlinemarketing ist zu 90 % Zuhören. Menschen wollen über sich selbst sprechen. Der Held deiner Story bist nicht du, sondern dein Kunde!

Dr. Kerstin Hoffmann

Dr. Hoffmanns Rat an Marketer:

  • Um in der Informationsflut zu bestehen, muss Marketing Kundennutzen auf den ersten Blick erkennbar machen und Beziehungen zum Kunden aufbauen.
  • Um aktuell zu kommunizieren, müssen unternehmen Plattformen nutzen, sollten sich dabei aber weder abhängig machen, noch verzetteln. 
  • Um erfolgreich und zukunftssicher zu kommunizieren, braucht man eine offene Fehlerkultur und muss interne Strukturen vor externes Marketing setzen.

Olaf Kopp: Kennen Sie Ihre Online-Marketing-Strategie?

Es gibt eigentlich nur zwei Arten von Kontaktmitteln: Werbung und Content. (…) Content braucht immer einen Zweck. Sonst kann man’s lassen.

Olaf Kopp

In seinem Vortrag zur Online-Marketing-Strategie machte Olaf Kopp gleich zu Anfang klar:

Es geht heute nicht mehr um Reichweite und möglichst viele Erstkontakte.

An Frau Dr. Hoffmann anknüpfend ging er zu Anfang kurz auf den Informationsüberfluss im Web und die Verhaltensweisen, mit denen Nutzer mit Ihr umgehen. Olaf Kopp  rät deswegen zu konsequent nutzerzentriertem Marketing mit einem in seiner Aufgesang GmbH entwickelten Modell für die Customer Journey. 

 

Für jeden, der mit den Konzepten von Customer Journeys und Touchpoints vertraut ist, für den war der weitere Vortrag eine willkommene und schöne Zusammenfassung. Und eine Erinnerung, dass dieser zentrale Teil einer Marketing-Strategie vielerorts noch nicht verinnerlicht wurde. Zu sehen, dass der Customer Journey Ansatz laut einer Umfrage auf sem-deutschland  einem Drittel der 1000 Befragten neu ist, tat ein wenig weh. Es zeigte aber auch das Potenzial.

Für jeden, der in diesen Themen noch nicht tief eingestiegen war, brachte Olaf kompakt einen fundierten Blick und viele grundsätzliche Hinweise. Damit traf er zu 100 % das Motto der Rheinwerk Konferenz, den „Deep Dive into Marketing“.

 

Einen Aspekt möchte ich aber noch extra hervorheben: Bei seinen Ausführungen zu Content und vor allem seiner Verbindung mit Retargeting, nutzerzentrierter interner Verlinkung und Distribution kam er auch auf Personas zu sprechen.

Neben der Rolle der Customer Journey hinaus, blieb mir als praktischer Tipp vor allem eines im Gedächtnis:

Personas (vor allem mit Tools erstellte) sind nichts wert, wenn man nicht die Touchpoints mit modelliert.

Denn die Touchpoints bestimmen erst für welche Form von Content diese Persona relevant ist. Es ist sogar besser im Briefing nur mit Customer Journey und Touchpoints, als mit Personas ohne entsprechend definierte Touchpoints zu arbeiten.

Nico Zorn: E-Mail-Marketing

Der Vortrag von Nico Zorn zum E-Mail-Marketing war ein unterhaltsames Plädoyer für die Rolle von E–Mails im Onlinemarketing. Genüßlich begann er mit der Feststellung, dass E-Mail seit 15 Jahres jedes Jahr für tot erklärt wird. Während gleichzeitig gerade die Plattformen, die E-Mail nach allgemeiner Ansicht ablösen sollten, zu den fleißigsten Versendern von E-Mails an Ihre User gehören.

Dass E-Mail und SEO im E-Commerce den meisten Umsatz und hohen ROI bringen, ist eine wichtige Aussage. Damit das auch klappt, konnten die Zuhörer einige von Nico Zorns Erfahrungswerten mitnehmen.

Clickability ist keine Musikrichtung!

Nico Zorn

  • Genau genommen ist bei Anmeldung nur „E-Mail“ als Pflichtfeld erlaubt
  • Eine E-Mail muss eine Story im Kopf des Lesers anstoßen
  • Low Commitment CTAs verbessern die Interaktion
  • Ziel einer E-Mail ist nie der Verkauf, sondern der Klick auf die eigene  Webseite – die Landingpage dort muss verkaufen
  • Es lohnt sich aus der erwarteten Formen der Regle-Kommunikation auszubrechen
  • A/B-Tests für die Form der Newsletter-Anmeldung sind praktisch Pflicht

Und zu guter Letzt erinnerte er noch daran, dass Kennzahlen nur dann einen Wert haben, wenn auf Ihrer Basis auch etwas verändert wird. Wer Budget für Monitoring zur Verfügung stellt, sollte auch Budget für Änderungen auf Basis des Monitorings einplanen.

 

Prof. Mario Fischer: KI im Marketing

Die Zwischenkeynote von Prof. Mario Fischer brachte Mittags nochmal neuen Schwung in die Köpfe. Und die eine oder andere Lachträne gemäß dem alten Speaker-Spruch „Wer lacht, schläft nicht“. Denn sein Einstieg war eine kleine Tour durch Innovations-, Design- und generellen Onlinemarketing-Fails. 

Meistens heißt es: „Der Kunde steht bei uns immer im Mittelpunkt.“ Ja, deswegen steht er auch immer im Weg. Außer der Vertrieb kommt. Der vertreibt ihn.

Prof. Mario Fischer

Nach einem prägnanten Einstieg dazu, wie KI, Maschinenlernen und neuronale Netze eigentlich zusammenhängen, ging es in die bereits genutzten und gerade entstehenden Anwendungen von KI im Marketing.

Vor allem die Aussage „Computer können nicht…“ wurde immer wieder widerlegt. Von Pokern, über Bilderkennung bis zum Erschaffen von Bildern im Stil alter Meister nimmt KI gerade immer mehr an Kompetenzen auf. Die Anwendungen sind momentan zwar noch sehr begrenzt, aber mit richtig aufbereiteten und kombinierten Daten bereits sehr mächtig. 

Die Hauptfrage ist also nicht „Was kann KI im Marketing?“ – die Hauptfrage ist „Wie gut wird KI in deutschen Unternehmen bereits verstanden und eingesetzt?

Da kam Prof. Mario Fischer indirekt wieder zurück auf die Innovations-Fails der Einleitung. Wenn von 411 Vorständen börsennotierter Unternehmen nur 33 überhaupt tiefere Digitalerfahrung haben, dann lässt das wenig Gutes hoffen. 

Aussitzen wird da nicht funktionieren. Und externe Hilfen bei zukünftigen Kernaspekten hinzuzuziehen wird schnell teuer. Bei einem praktisch leerem Arbeitsmarkt und dem Umstand, dass Expertise mit der Zeit wachsen muss und nur bedingt durch Kapitaleinsatz beschleunigt werden kann, bedeutet das also bereits jetzt interne Kompetenzen für KI aufzubauen. Unabhägig von der Branche.

Das zentrale Take-Away für die Unternehmer unter den Teilnehmern war also ganz klar:

  • Beschäftigen Sie sich jetzt mit KI
  • Machen Sie ihr Onlinemarketing durch strukturierte Daten zugänglich für die KIs der großen Anbieter
  • Beginnen Sie mit dem Aufbau von internem Know-How in diesem Zukunftsfeld

Michael Janssen: Google Analytics – Webanalyse & Customer Journey

In den beiden aufeinander folgenden Vorträge von Michael Janssen ging es erst allgemein über die Möglichkeiten von Google Analytics in der Webanalyse und dann konkret um das Abbilden der Customer Journey im selben System.

Dabei stand immer im Hintergrund, dass Webanalyse Unternehmen ermächtigt ihre Aktivitäten zu lenken und Entscheidungen zu treffen. Dazu jedoch muss sowohl die Datengrundlage stimmen, als auch die Analysekompetenz.

Erst die Arbeit, dann die Analyse! (…) Wir brauchen viel mehr Leute, die sich damit auskennen.

Michael Janssen

Die Kernthesen in beiden Vorträgen brachten die Herausforderungen in der Webanalyse sehr gut auf den Punkt:

 

  • Analytics liefert nur Antworten, wenn man auch Fragen stellt. Möglichst die richtigen.
  • Welche Messwerte sind wirklich die KPIs für das eigene Vorgehen? Vanity-Metriken ohne konkreten Nutzen muss man meiden
  • Nur wenn man bereit ist auf Basis der Webanalyse auch etwas zu ändern, lohnt sie sich – wo man nichts ändern will oder kann, da braucht man auch nicht messen
  • Die Nutzung von UTM-Parametern in Links machen Analytics erst klug genug für eine Analyse von Customer Journeys
  • So viele Ziele wie möglich setzen und kleinschrittig tracken

Besonders tief ging es dann in den Bereich der Attribution, der Conversion-Pfade und der Frage nach der Zuordnung von Käufen und Clicks zu Kanälen. Für Zuhörer, die „nur“ mit der kostenfreien Version von Google Analytics arbeiteten, waren einige Ausführungen weniger hilfreich, auch wenn der Hinweis auf eine angekündigte Integration dieser Funktionen in das offene Analytics hoffen lassen.

Zum Schluss gab es noch die Erinnerung von Anfang an für gute Datenqualität zu sorgen und im Zweifel klein anzufangen.

Fazit: Kompetenz nicht nur zwischen Buchdeckeln

Der Rheinwerk-Verlag hat geliefert. Bei seiner ersten Konferenz gaben die Speaker fundierte Einblicke in die verschiedenen Bereiche und Tiefen des Onlinemarketings. Nur in den Keynotes lag der Schwerpunkt auf den großen Trendthemen, zukünftigen Entwicklung und dergleichen. Die restlichen Vorträge widmeten sich passend zum Verlagsprogramm den Themen und Kompetenzen, die im Alltag für erfolgreiches Onlinemarketing gefragt sind.

Auch wenn man nicht alle Vorträge in allen Slots hören konnte, geben die zur Verfügung gestellten Präsentationen in der Nachbereitung wertvolle Hilfen.

Die Teilnahme lohnte sich auf jeden Fall und es gibt wenig zu Meckern. Wenig deshalb, weil drei Dinge eben doch noch Potenzial bieten. Nicht inhaltlich, aber vor allem mit Blick darauf die Konzentration der Teilnehmer nicht unnötig zu beanspruchen.

  • So eindrucks- und stilvoll die Beleuchtung er Konferenzräume auch war: Auf Dauer wurde sie anstrengend und war im zentralen Sitzbereich schon sehr dunkel.
  • Das Catering war zwar ganz hervorragend, Tische und Sitzmöglichkeiten zum Essen waren aber etwas rar.
  •  Trotz der Kopfhörer-Lösung auf der Empore hörte man meist noch Fetzen eines anderen Vortrags mit.

Bei Online-Profession freuen wir uns auf weitere Konferenzen vom Rheinwerk Verlag. Als zugleich vielseitige und konzentrierte Fortbildungsveranstaltungen ergänzen Sie die Bücher des Hauses und die Trend-Konferenzen sehr geschickt.

    Sie haben eigentlich keine Zeit für große Konferenzen?

    In Münster gibt es monatlich Vorträge von Online Marketing Experten nach Feierabend. Ein offenes Format voller interessanter Teilnehmer aus NRW und Konferenz-bekannten Experten als Speakern.

    Conversion Roadshow 2019: Die Marketing-Konferenz in Köln – Recap

    Conversion Roadshow 2019: Die Marketing-Konferenz in Köln – Recap

    Am 9. Mai 2019 fand die Konferenz für Online-Optimierungen, die Conversion Roadshow, im Kölner Rheinenergiestadion statt und bot vielfältige Vorträge zu den Themen Conversions, UX als Strategie und Wahrnehmung, Psychologie und Personalisierung im digitalen Zeitalter. SEA-Experte Simon Kapteina von Online-Profession war mit dabei.

    Die Kunst der digitalen Inszenierung – Karl Kratz

    Die Konferenz startete nach der Begrüßung mit der Keynote von Karl Kratz zum Thema „Die Kunst der digitalen Inszenierung“ mit einem grundlegenden aber dennoch tiefgreifenden Einblick ins Online-Marketing. Kratz ist seit 1996 aktiv in der Branche tätig, hat viele Änderungen miterlebt und zahlreiche Ratgeber verfasst.

    In seinem Vortrag sprach er vor allem über die Eckpfeiler der kognitiven Leichtigkeit bezüglich des Online-Marketings: Bedienbarkeit und Verständlichkeit – beides enorm wichtige Aspekte für den Nutzer. Sein Beispiel für 

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    das Prinzip „Es gibt keine schlechte Publicity!“ war Rammsteins Musikvideo zu „Deutschland“. Vielfach kontrovers in den Medien diskutiert zeigt sich hier, dass auch auf den ersten Blick negativ erscheinende Präsenz positive Auswirkungen etwa auf die Bekanntheit und Aktualität haben können. Nichtsdestotrotz muss damit natürlich vorsichtig umgegangen werden. Zwischen gekonnter Inszenierung und bewusster Illusion bewegt sich laut Kratz der Streetart-Künstler Banksy. Bestes Beispiel hierfür dürfte wohl das sich selbst schreddernde Bild kurz nach dessen Versteigerung sein. Bei allen Fällen gilt gleichermaßen: Das erklärte Endziel von Kampagnen und Strategien zur erfolgreichen medialen Platzierung ist die Omnipräsenz.

    Was künstliche Intelligenz für E-Commerce-Experten bedeutet – Tina Nord & Kathleen Jaedtke

    Tina Nord von EyeEm und Kathleen Jaedtke von Hubspot sind der Frage nachgegangen, „Was künstliche Intelligenz für E-Commerce-Experten bedeutet“. In ihrem Rückblick über die aktuellen Entwicklungen seit 2018 sprachen Sie u.a. über die mit der Weiterentwicklung der KI einhergehenden Ängste der Gesellschaft: Das Ausmaß der Chancen und Risiken ist in diesem Feld bisher noch unklar. Befürchtet werden unter anderem Diskriminierungen und Arbeitsplatzverlust –  vor allem bei Arbeitnehmern mit niedrigerer Qualifikation. Dem gegenüber stehen wiederum potenzielle Wert- und Arbeitsplatzschaffungen, u.a. im Bereich des E-Commerce. In der Branche der künstlichen Intelligenz liegen China und die USA im Wettbewerb bereits sehr weit vorne. Weiter erläuterten die Sprecherinnen, dass man in der Zukunft darauf achten sollte, dass auch Frauen und Minderheiten KIs programmieren. Bisher sei eine ausreichende Diversität bezüglich Geschlecht, Rasse, etc. für eine ganzheitliche Abbildung der Gesellschaft noch nicht gegeben. Diversität müsste daher bereits beim Entwicklerteam beginnen, um einer einseitigen Vorprägung vorzubeugen. Als zukunftsweisend wurden in diesem Zusammenhang allem voran Gesichtserkennungstechnologien genannt, die eine Personalisierung von Werbung ermöglichen können. Das würde sogar Angebote speziell für die jeweilige Laune des Konsumenten ermöglichen. 

    Warum du der Disruption machtlos gegenüber stehst, und wie du das änderst! – Ben Harmanus

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Für Ben Harmanus von konversionsKRAFT war bei seinem Vortrag „Der Tsunami-Effekt: Warum du der Disruption machtlos gegenüber stehst, und wie du das änderst!“ klar, dass man auch kleine Störungen analytisch bemerken muss, selbst wenn diese wie bei einem Seebeben erst unentdeckt bleiben. Sonst sei man am Ende überrascht, wie die Disruption die Conversion-Rate auf einmal überrollt.

    Zudem wird im zukünftigen E-Commerce viel mit geografischen Daten gearbeitet. Passend dazu nehmen Zalando, Amazon und Co. jetzt schon den traditionellen Einzelhandel ins Visier und bieten immer häufiger physische Shops an, um ihre virtuellen Online-Angebote strategisch zu ergänzen. Im Fokus dieser Entwicklung steht die Sicht des Konsumenten – wie eben auch seine Wahl zwischen der Online-Bestellung und dem lokalen Shop-Einkauf. Erfolgreiche Unternehmen werden ihre Vorteile bewusst weiter ausspielen. Der Unterschied zu weniger erfolgreichen Firmen liegt dabei in der Bereitschaft Fehler als natürlich und sogar sinnvoll zu erachten. Nur so kann ein Unternehmen weiter wachsen und sich stetig verbessern. Eine gewisse “Fehlerkultur” ist also mehr als nützlich.

    Conversion-Talk: David Odenthal & Johannes Ceh

    Vor der Mittagspause diskutierten David Odenthal, der Konferenz-Veranstalter, und #ValueEnhancer Johannes Ceh schließlich kurz über digitale Transformation. Ergebnis der Gesprächsrunde war, dass Entscheider technisch nicht affin genug seien, um das volle Ausmaß ihrer Online-Entscheidungen erfassen zu können. Im Zweifelsfall wollen sie viel umgesetzt sehen, was jedoch zu einer Überforderung des Kunden führen kann. Auch hier stellte sich erneut der Konsumentenzentrismus als essentiell heraus.

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Customer Experience trifft Conversion – Bernd Lynen

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Den Kunden im Fokus sah auch Bernd Lynen von T-Systems. Sein Vortrag „Customer Experience trifft Conversion“ stellte den emotionalen Mehrwert eines Angebots für den Kunden heraus, anstatt sich nur auf die Produktvorteile zu stützen. Klassische Mundpropaganda würde auch im Online-Bereich wirken: Das EWOM (electronic Word-of-Mouth) habe eine wesentlich höhere Reichweite als das normale WOM (Word-of-Mouth), so Lynen.

    Critical Rendering PathGoogle Analytics gezielt zur Optimierung nutzen – Markus Baersch

    Wie man „Google Analytics gezielt zur Optimierung nutzen“ kann, erklärte Markus Baersch von der gandke marketing & software GmbH. Nach ihm sollte man Mircorconversions (also kleine Zielvorhaben) und auch negative Ziele (z.B. verlässt der Nutzer den Bereich der Webseite, in dem er sich eigentlich bewegen sollte hin zu einem ungewünschten Ort) einstellen. Das richtige Tagging – die Besucherverfolgung – sei dabei essentiell, jedoch in den meisten Fällen falsch eingerichtet. 

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    Ein Beispiel hierfür: Wenn bei Analytics viele der Besucher der Kategorie “other/sonstiges” zugeordnet werden, sollte nochmals genau geprüft werden, was wo getrackt wird, um den Traffic überhaupt detailliert verfolgen zu können. In diesem Zusammenhang empfahl Baersch den Einsatz von UTM-Parametervorlagen. Der professionelle Umgang mit Google Analytics hat sich auch hier wieder als sehr komplex herausgestellt. Die explizite Definition und zielgerichtete Einrichtung von Conversions ist aber sicherlich der erste Schritt auf dem Weg zu einer guten Conversion-Rate.

    Mehr Verkäufe dank Psychologie – Thomas Gruhle

    Anfahrt nach Bielefeld zur OMKB 2019

    „Mehr Verkäufe dank Psychologie“ versprach im Anschluss Thomas Gruhle von LEAP. Dass Psychologie im Marketing extrem wichtig ist, dürfte kein Geheimnis sein. Was hat es aber mit dem sogenannten Nudging auf sich? Aus dem Englischen to nudge („anregen“, „anstupsen“) entnommen, beschreibt Nudging Methoden der Verhaltensökonomie zur gezielten Beeinflussung des menschlichen Verhaltens.
    Doch was bedeutet das genau?

    Potenzielle Kunden sollen „geführt“ werden. Ein Beispiel half Gruhles Punkt zu verdeutlichen: Blickt auf einer Website eine Person direkt auf eine Funktion der Seite, so richtet sich die Aufmerksamkeit der Besucher direkt auf die auszuführende Handlung. Dieses Phänomen wird auch Gaze Cueing genannt. Die Wahrnehmung des Menschen ist in diesem Sinne vorhersehbar und daher lenkbar. Um sich dieses Prinzip zunutze machen zu können, empfahl Gruhle eine gewisse Struktur beim Aufbau des Online-Auftritts zu berücksichtigen. So sollten etwa gleichfarbige CTAs oder gleichartige Elemente möglichst nah beisammen stehen. Dabei sollte man ebenfalls im Hinterkopf behalten, dass das Kurzzeitgedächtnis – ganz im Sinne der Millerschen Zahl – überhaupt nur 7 (+/- 2) Dinge behalten kann. Hier schlug Gruhles Vortrag einen inhaltlichen Bogen zum vorherigen Conversion-Talk: Auch in diesem sprachen Odenthal und Ceh schließlich davon, dass eine zu hohe Anzahl unklarer Möglichkeiten den Kunden im Endeffekt verwirren könnte.

    Mein Take-Away

    Nach einem ereignisreichen Tag voller komplexer Themen und detailreicher Insights lassen sich abschließend folgende Dinge aus der Conversion Roadshow mitnehmen:

    1. Die emotionale Kundenbindung und der Mehrwert für den Kunden stehen im Fokus.
    2. KIs werden immer mehr Einfluss gewinnen, auch und vor allem im E-Commerce.
    3. Die Datenanalyse bleibt immens wichtig, um die Effizienz und Effektivität des Online-Marketings evaluieren zu können.
    4. Traditionelle Marketingmethoden wie das Nudging sollten mit den heutigen technischen Möglichkeiten kombiniert werden.

    Und ganz zum Schluss: Die Stimmung auf der Konferenz war durchweg gut. Die Leute hatten Spaß, obwohl wirklich sehr viel los war. Ach ja, und die Currywurst und das Kölsch waren auch sehr lecker 🙂