Am 29. Januar 2026 war es wieder so weit: Bloofusion lädt zur Konferenz ein. Die BLOO:CON in Münster hat uns mal wieder gezeigt, was gerade so in der Marketing Welt abgeht und wie wichtig ein stetiger Austausch untereinander ist. Zwischen KI-Updates, neuen Gesetzeslagen und kreativen Kampagnen-Ideen gab es im Factory Hotel jede Menge Input und die besten Möglichkeiten zum Networken. Wir waren für euch vor Ort und haben die wichtigsten Insights in unserem Recap auf den Punkt gebracht.
Tracking im Blindflug? Strategien gegen Datenlücken
Stefanie Entrup widmete sich einem der größten Schmerzpunkte der Branche: Dem Datenverlust durch Cookie-Banner und Browser-Restriktionen. Wer sich nur auf die Standard-Daten verlässt, fliegt im Blindflug. Stefanie zeigte auf, dass Nutzer, die Cookies akzeptieren, oft auch kaufkräftiger sind. Doch das ist nicht das einzige. Es gibt einiges, was die Daten am Ende verzerren kann. Die Lösung? Ein sauberer Backend-Abgleich (z. B. mit GA4) als „Single Source of Truth“. Um die Lücken proaktiv zu schließen, präsentierte sie einige Möglichkeiten:
- Optimierung des Cookie-Banners (Usercentrics & Co.).
- Einsatz des Advanced Consent Mode.
- Umstellung auf Server-Side-Tracking (First-Party statt Third-Party).
- Nutzung von Enhanced Conversion Tracking. Das Fazit: Ziele müssen neu geschärft und die Ziel-KUR unter Berücksichtigung der Datenverluste realistisch angepasst werden.
AI Automation – Wenn Agenten die Arbeit machen
Nach der Theorie folgte die Praxis mit Andreas Engelhardt. Sein Credo: Chatten mit KI ist nett, aber echte Skalierung bringt nur Automation. Mit Tools wie n8n, Make und Zapier zeigte er, wie man KI-Agenten in den Workflow integriert. Ein praktisches Beispiel war der vollautomatische News-Feed, der via RSS Branchentrends erkennt, Content erstellt und (nach Freigabe) auf LinkedIn postet. Wichtig dabei: „Ohne Datenbank geht’s nicht.“ Ob Airtable oder andere Lösungen – wer KI automatisieren will, muss seine Daten strukturiert speichern.
SEO-Zukunft: Chunking und AI Overviews
Markus Hövener zeigte uns wie jedes Jahr die neuesten Trends im Bereich Suchmaschinenoptimierung. Die Prognose: Ein möglicher CTR-Verlust von 30–50 % bei klassischen organischen Ergebnissen. Wie reagieren wir darauf? Mit „Chunking“. Inhalte müssen in präzise Abschnitte mit klaren H2-Überschriften und direkten Antworten zerlegt werden, um für die KI zitierfähig zu sein (Bullet Points mag die KI hier weniger!). Markus stellte zudem das Konzept der „Grounding Page“-Seiten vor, die speziell als Faktenlieferanten für die KI dienen, ähnlich wie bei modernen „Über uns“-Seiten.
Von Wundpflastern zum Marketing-Erfolg
Dass es keine „unsexy“ Produkte gibt, bewies Jannis Augustin von Draco am Beispiel des deutschen Gesundheitswesens. Als Marktführer für Wundpflaster (ein Markt, in dem 80 % des Umsatzes mit langanhaltenden Pflastern gemacht wird) setzt er auf einen radikalen Mix. Die Strategie: Remarketing gezielt auf Ärzte und MFAs, kombiniert mit einer Kanalvielfalt, die von TikTok und Instagram bis hin zum klassischen Fax reicht. Ein inspirierender Vortrag, der zeigte: Wer seine Zielgruppe kennt, erreicht sie überall, egal wie trocken das Produkt auf den ersten Blick wirkt.
Rechtstrends im digitalen Marketingalltag
Und auch in diesem Jahr gab es wieder einen juristischen Exkurs. Dieses Mal mit den Anwälten von Alpmann Fröhlich. Neben dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) und dem Data Act standen vor allem die neuen KI-Verordnungen (AI Act) im Fokus. Außerdem ist Vorsicht geboten: Fehlerhafte Cookie-Banner können teuer werden, und neuerdings haften auch die CMP-Anbieter selbst. Ein wichtiges Datum für alle E-Commercer: Ab dem 19.06.2026 wird der Widerrufsbutton Pflicht.
Trotz der winterlichen Kälte draußen war das Factory Hotel drinnen bestens besucht. Für die BLOO:CON geht man auch im tiefen Winter vor die Tür. Umso wichtiger war das Catering, das uns mit leckerem Essen und gesunden Smoothies bei Laune hielt. Damit nach der Mittagspause niemand ins „Foodkoma“ fällt, gab es den bereits bekannten „Power-Boost“ mit den Jungs von Strong Partners. Das kurze Workout brachte ordentlich Bewegung in den Saal und sorgte dafür, dass wir mit frischer Energie und wachem Kopf in die Nachmittagssessions starten konnten.
Danke an die tolle Moderation von Gina Melms und Andreas Schülke und alle anderen Beteiligten, die die BLOO:CON jedes Jahr aufs Neue ermöglichen, und wir sehen uns hoffentlich auch im nächsten Jahr!












