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Zum vierten Mal wurde das Preußenstadion am 16.04.2026 zur Bühne für die OMKMS. Was als ambitioniertes Projekt begann, ist inzwischen als feste Größe aus der Münsteraner Marketing-Szene nicht mehr wegzudenken. Mit 12 Vorträgen und 2 Keynotes bot die OMKMS auch in diesem Jahr ein vielseitiges Programm rund um aktuelle Entwicklungen im Online Marketing. Und wir können mit gutem Gefühl sagen: Wir sind stolz darauf, wie sich die Konferenz entwickelt hat und was sie für die Region geworden ist. Ob Datenschutz, KI-Suche, Psychologie, Video-Advertising, Rechtsfragen oder Creator Marketing: Die Themen waren so unterschiedlich wie die Fragen, die sie aufgeworfen haben. Hier sind unsere wichtigsten Eindrücke und Erkenntnisse des Tages.

Planung, Vorbereitung, Durchführung – So entsteht die OMKMS

Nach der OMKMS ist vor der OMKMS. Kaum war die OMKMS 2025 erfolgreich über die Bühne gebracht, starteten die ersten Vorbereitung für 2026.

Und eigentlich sind Planung, Vorbereitung und Durchführung ja ganz einfach:

  • Location? Müssen wir nicht suchen, wir haben bereits den perfekten Ort gefunden. Das Preußenstadion ist und bleibt unser Veranstaltungsort, weil er so wunderbar für Münsteraner Leidenschaft steht und mit top Ausstattung, Catering und technischen Gegebenheiten genau unsere Anforderungen erfüllt.
  • Aufbau vor Ort, Durchführung, Abbau? Ein bisschen Eigenlob muss sein. Denn wenn es um die Orga rund um den großen Tag geht, packt jeder im Online-Profession-Team mit an. Und spätesten beim vierten Mal sind wir auch wirklich ein eingespieltes Team bei der Vorbereitung.
  • Themen? Auch hier sind wir verwöhnt: Online-Marketing ist so ein großes Feld mit stetig neuen Entwicklungen – Themen zu finden, ist wirklich kein Problem. Sich auf 14 Vorträge zu beschränken, das ist schon schwieriger.
  • Speaker:innen? Wir sind so glücklich, dass sich bereits ganz früh im Planungsprozess Speaker:innen melden, die Lust auf einen Vortrag haben. Dazu noch ein paar freundliche Einladungen durch unseren Geschäftsführer Martin Witte, gute Vernetzung und den – wie wir hoffen – guten Ruf der Veranstaltung finden sich schnell hochkarätige Speaker:innen, die Teil der OMKMS werden möchten.
  • Teilnehmer:innen? Oft buchen Teilnehmer:innen direkt am Veranstaltungstag ein Ticket für das nächste Jahr – ein besseres Lob können wir uns kaum vorstellen. Wir freuen uns aber auch über jedes neue Gesicht, das mit uns mehr über die neuesten Entwicklungen im Online-Marketing lernen möchte.

Philipp Klöckner: Keynote über KI

Beyond the AI Hype

Philipp Kloeckner hält die Keynote auf der OMKMS 2026

Ja, der Philipp Klöckner hat die Eröffnungs-Keynote auf der OMKMS 2026 gehalten. Wir haben uns sehr gefreut, dass er Martins Einladung angenommen und die Konferenz mit dem Thema Beyond the AI Hype eingeleitet hat.

Auf der Bühne hat Philipp vollständig bewiesen, dass er weiß, wovon er spricht. Er gab detaillierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen zum Thema KI. Ein Auszug, was wir von ihm gelernt haben:

  • Der Fortschritt findet kontunierlich statt, allerdings mit wechelsenden marktführenden Anbietern.
  • Autonomes Arbeiten von KIs wird immer länger; bis zu 12 Stunden können sie inzwischen eigenständig an einem Auftrag arbeiten.
  • Fähigkeiten werden besser, die Datengrundlage wird besser, KIs helfen beim Entwickeln neuer KIs.
  • State-of-the-Art-Modelle zu betreiben, wird immer teurer.
  • Über 99 % der Nutzer:innen zahlen nicht für KI-Nutzung und viele Privatpersonen wechseln zudem zwischen verschiedenen freien Modellen.
  • B2B-Unternehmen nutzen KI hauptsächlich für Customer Service und Software-Erstellung. Doch nur jeder 5. Angestellte hat im Unternehmen Zugang zu KI.

Außerdem stellte er Thesen für die weitere Entwicklung auf:

  • Apple wird vom aktuellen Hype profitieren, ohne selbst eine KI beizusteuern. Airpods werden das beste Tool für Kommunikation mit einer KI und bestehende Anbieter werden um den Zugang zu Airpods konkurrieren.
  • Google wird weiterhin ein großes Wachstum verzeichnen, da das Unternehmen über Data, Hardware und Distributionsmöglichkeiten verfügt.
  • Mobile Shift: Als Folge demografischer Entwicklungen wird es mehr Mobile Nutzung geben.
  • Persuasive AI: Es geht keine Gefahr von KI aus, aber von der Art, wie Menschen KI nutzen werden. Persuasion könnte Targeting im Marketing ersetzen.
  • Amazon wird Full Circle Advertising bieten können. Das Unternehmen weiß, was Menschen schauen/tun/suchen, kann entsprechende Werbung anzeigen und direkt verkaufen und liefern.

Im Laufe des Konferenztages sollte sich zeigen, dass Philipp mit dieser Keynote genau den Nerv der Zeit getroffen hat. Denn das Thema KI fand in fast jedem folgenden Vortrag Erwähnung.

Artur Kosch: AI Search / GEO

Was ist Sichtbarkeit, wenn niemand mehr klickt? Metriken & KPIs für belastbare Entscheidungen in AI Search & GEO

Was sind laut Artur Kosch KPIs im SEO? Umsatz, Transaktionen / Leads, Traffic, Klicks und Rankings / Impressionen / Suchvolumen. Die letzten Punkte bieten richtige Daten und sind damit gut als KPIs nutzbar. Doch seit Einführung von AI Overviews findet sich ein starker Abfall an Klicks, da durch generative Suchergebnisse bei vielen Suchen ein Klick für die Nutzer:innen nicht mehr nötig ist. Es kommt somit zu mehr Impressionen und weniger Klicks. Doch weniger Klicks darf laut Artur nicht mit weniger Interesse gleichgesetzt werden. Es ist somit wichtig, Suchanfragen in KI-Suchen zu verstehen und ein neues SEO-Handwerk zu entwickeln. Es zählt nicht nur, dass man in der KI genannt wird, sondern auch, wie über einen gesprochen wird. Empfehlungen sind entscheidend!

Im Folgenden zeigte er uns sehr detailliert und bemerkenswert ausgefeilt, wie er dieses Thema mit Hilfe von Claude Code im Arbeitsalltag angeht. Er demonstrierte unter anderem eine Prompt-Recherche zu Keywords, Synonymen, Duplikaten etc., die Erstellung eines AI-ready Content Audit für Kunden, Content-Erstellung mittels TF-IDF-Analyse und der Vorgabe von Referenztexten, die Erstellung von Bildern und und und.

Artur Kosch OMKMS 2026

Ein guter SEO sollte 50 % seiner Zeit mit Claude Code verbringen. Die besten eher 80 %. 

Artur Kosch

CEO, AI-Search-Marketing-Agentur KKP

Tim Koch: Webanalyse

Digitale Souveränität vs. US-Datenkraken: Unsere Erfahrungen mit Matomo im Vergleich zu Google Analytics

Tim Koch mit seinem Vortrag auf der OMKMS 2026.

Tim Koch stellte in seinem Vortrag die Frage, die viele Unternehmen zwar beschäftigt, aber selten konsequent beantworten: Wer hat die Kontrolle über eure Daten und was passiert damit? Der Kern des Vortrags war ein ehrlicher Vergleich zwischen Google Analytics 4 und Matomo, inklusive der unbequemen Frage, ob GA4 überhaupt datenschutzkonform betrieben werden kann.

Ein praktischer Hinweis: Je nach Zielgruppe nutzen Besucher:innen zunehmend Brave, AdBlocker oder ähnliche Tools, was die Datenqualität in klassischen Tracking-Setups erheblich verzerrt. Matomo hingegen erfasst alle Besuche direkt, unabhängig von Cookie-Einschränkungen oder Adblockern, speichert die Daten auf dem eigenen Server und bringt einen eigenen Tag Manager mit. Ihr Datenschutzbeauftragter hat das schlicht mit „keine Bedenken“ quittiert. Bei GA4 verarbeitet Google Daten in US-Rechenzentren, nutzt sie für eigene Werbezwecke, und rechtliche Risiken durch den transatlantischen Datentransfer bleiben bestehen.

Eine Kurzübersicht beider Tools:

Kategorie Matomo Google Analytics
Datenspeicherung Volle Kontrolle: Eigener Server (alternativ DSGVO-konformer DL) Globale Rechenzentren, Hauptverarbeitung in den USA
Datenerfassung / Genauigkeit Erfasst alle Visits, kann gefiltert werden (z.B. Bots) Eingeschränkt durch Cookies, Adblocker (trotz Fingerprinting, KI-Modellierung)
DSGVO „Keine Bedenken“ Zitat unseres DSB Rechtliche Risiken durch US-Datentransfer; Google nutzt Daten für Werbung
Google Ads Manuelle Integration möglich, dann Erfassung aller Conversions. Nahtlose Integration, aber Datenlücken (insbesondere Conversions)

Was Matomo nicht kann, verschwieg uns Tim natürlich auch nicht: Automatisierte Berichte funktionieren nur über Plugins oder externe Tools wie Power BI, KI-Funktionen und Predictive Analytics fehlen, und bei sehr großen Datenmengen kann es Performanceprobleme geben. „Wenige Klicks und loslegen“ ist zwar möglich, holt aber nicht alle Vorteile raus. Wer Google Ads nutzt, kann dennoch über Offline-Conversions optimieren, auch wenn das etwas mehr manuelle Arbeit bedeutet.

Mit klarer Struktur zur digitalen Datensouveränität:

  • Exit-Strategie: Wer den Wechsel irgendwann angehen will, braucht einen strategischen Migrationsplan, bevor es ernst wird.
  • Open-Source-Technologie: Ein unabhängiger Tech-Stack, der nicht von einzelnen Anbietern abhängt, schafft langfristige Stabilität.
  • Vendor-Lock-ins vermeiden: Wer proprietäre Lösungen einkauft, sollte von Anfang an wissen, wie er da wieder rauskommt.
  • Kooperation im EU-Raum: Der regulierte europäische Rechtsraum bietet mehr Rechtssicherheit als viele realisieren.
  • Wissens- und Kompetenzaufbau: Digitale Souveränität funktioniert nur, wenn sie im eigenen Unternehmen verstanden und gelebt wird, nicht nur auf dem Papier steht.

Julia Weißbach: SEO

Von SEO zu GEO: Wie wir Impact in AI Search schaffen

Julia Weißbach mit ihrem Vortrag auf der OMKMS 2026.

Julia Weißbach nahm die Zuhörer:innen mit auf eine Reise von klassischer Suchmaschinenoptimierung hin zu GEO, also Generative Engine Optimization. Denn die Frage lautet nicht mehr nur, wie man bei Google rankt, sondern wie man in KI-gestützten Suchantworten sichtbar bleibt und dort das richtige Bild der eigenen Marke vermittelt.

Verpackt im unterhaltsamen Rahmen der „Digital Impact League“ mit Superhelden-Thema zeigte sie, aus welchen vier Disziplinen eine zukunftsfähige Online-Marketing-Strategie besteht: Content, Social, Brand und PR. Jede davon hat ihre eigene Rolle, greift aber ineinander.

  • Auf der Content-Seite geht es um Uniqueness, Struktur, Lesbarkeit und thematische Abdeckung.
  • Social umfasst Community-Aufbau, Kooperationen und Social Search.
  • Im Brand-Bereich stehen Brand Visibility, Sentiment und Review Management im Fokus.
  • PR wiederum dreht sich um AI Source Seeding, Korrektur-PR und Data Storytelling.

Besonders anschaulich wurde das Ganze am Beispiel Dyson: Wie nimmt eine KI die Marke wahr, welche Eigenschaften schreibt sie ihr zu, und stimmt das mit dem gewünschten Markenbild überein? Genau das ist Sentiment-Analyse in der Praxis. Dabei geht es nicht nur darum, was über eine Marke gesagt wird, sondern auch darum, falsche oder unvollständige Darstellungen aktiv zu korrigieren.

Ein weiterer zentraler Punkt war die Entity-Optimierung, aufgeteilt in mehrere Schritte:

  1. Zunächst relevante Entitäten identifizieren und Lücken im Markenbild aufdecken
  2. dann Beschreibungen, strukturierte Daten und semantische Beziehungen optimieren,
  3. und schließlich durch autorisierte Inhalte mit Fachautor:innen sowie externe PR-Signale die Markenwahrnehmung gezielt stärken.
  4. Ergänzt wird das durch aktives Review Management, das in der KI-Suche als Vertrauenssignal immer mehr Gewicht bekommt.

Larissa Normann: Recht

KI im Marketing: Legal, illegal, egal? – Was die KI-VO wirklich bedeutet

Zur Einleitung erklärt Larissa Normann uns grundlegende Aspekte, die Unternehmen über die KI-Verordnung (KI-VO) wissen sollte:

  • Was ist eine KI im Sinne der KI-VO? Eine KI kann eigenständig aus Daten etwas ablesen und auf den Menschen einwirken.
  • Wer ist betroffen von der KI-VO? Betroffen von der KI-VO sind Anbieter, Betreiber, Einführer, Händler, Bevollmächtigte und Produkthersteller.
  • Wo gilt die KI-VO? Marktortprinzip ( = sobald in Europa verkauft wird), das Niederlassungsprinzip ( = wo das betreffende Unternehmen niedergelassen ist) und das Auswirkungsprinzip ( = sobald es Auswirkungen auf die Menschen in der EU hat, egal wo KI genutzt oder betrieben wird).

Anschließend erklärte Larissa anhand eines Ampelsystems, welche Praktiken verboten, riskant, begrenzt risikobehaftet oder minimal risikobehaftet sind. Folgende Beispiele hatte sie uns mitgebracht:

Farbe Einordnung Beispiele
ROT In der EU verbotene Praktiken Auswerten von Nutzersignalen und Erstellen von Verhaltensprofilen zur Beeinflussung durch Wahlwerbung und zum Schaden der Nutzer:innen
ORANGE Hochrisiko-KI Generierung eines Healt Scores in Gesundheits-Apps durch Nutzung von Badges, Tracking, Challenges, der individuelle Risiken bewertet und diese in Beitragsrechnungen von Krankenkassen einfließen lässt → Folge sind verbindliche Verpfichtungen wie Dokumentationen und Protokollierungen
GELB Begrenztes Risiko Chatbots im Kundenservice → wichtig ist hier Transparanz bezüglich der Nutzung von KI
GRÜN Minimales Risiko Optimierung von Newsletter-Betreffzeilen durch Analysieren älterer Kampagnen, beispielsweise hinsichtlich Öffnungsraten

Welche Sanktionen erwarten Unternehmen, die gegen die KI-VO verstoßen? 

  • Verstöße bei ROTER Einordnung: Bußgeld bis 35 Millionen € oder 7 % des Jahresumsatzes
  • Verstöße gegen die Transparenz: Bußgeld bis 15 Millionen € oder 3 % des Jahresumsatzes
  • Verstöße in Form falscher Angaben gegenüber einer Behörde: Bußgeld bis 7,5 Millionen € oder 1 % des Jahresumsatzes

Dabei wird stets der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz berücksichtigt. Berücksichtigt werden Schwere und Dauer des Verstoßes, die Anzahl der betroffenen Personen, der Marktanteil und die Unternehmensgröße, finanzielle VOrteile und ob es sich um einen Wiederholungstäter handelt.

Abschließend wurden die Zuhörer:innen mit einigen To Dos entlassen: 

  • Keine Black-Box-Tools nutzen
  • KI-Check vor Kampagnenstart
  • Abstimmung mit Legal und Datenschutz
  • Transparenz in der Kundenkommunikation
  • Dokumentation
  • Verträge
  • Aufbau einer KI-Komptetenz im Unternehmen

Britta Behrens: LinkedIn

Die Kunst von Social Selling 2026

Britta Behrens OMKMS 2026

Für Social Selling müssen Personen laut Britta Behrens ihre eigene Position auf LinkedIn positionieren. Dies geschieht durch Personal Branding (Person, Unternehmen, Position), eigene Beiträge, Kommunikation und Networking. Ist Expertise im Profil erkennbar, werden dadurch auch Kommentare unter Beiträgen authentifiziert. Den geballte Überblick, wie man 2026 im Social Selling auf LinkedIn vorgehen sollte, gab es in diesem Vortrag.

Ziele von Social Selling: 

  • Aufbau einer Inbound Lead-Pipeline
  • Lead-Akquise und -Nurturing
  • Hochqualifizierte Inbound Leads, tiefer im Sales-Funnel
  • Verkürzter Sales-Cycle und schnelle Abschlüsse
  • Customer Relationship Management für Upselling und Reselling
  • Brand Awareness

Profil-Hacks für Social Seller:

  • Einfügen der eigenen Kontaktdaten im Header
  • Auflisten von Serviceleistungen
  • Versand eines Review-Links an Kund:innen
  • Einrichten eines Premium-Accounts → CTA im Header, Profilbesucheranalysen, Messenger-Abwesenheitsnotiz

Tipps für Social Selling:

  • Impact erzeugen: Social Seller müssen erkennen, was ihre Zielgruppne braucht und dieses in authentischen Stil für sie bereitstellen.
  • Kommentar-Strategie: Social Seller können sich selbst durch Kommentare bei themenrelevanten Beiträgen in Szene setzen. Über die Glockenfunktionen werden sie stets neue Beiträge informiert.
  • LinkedIn-Newsletter und LinkedIn-Artikel: Social Seller sollten diese monothematisch halten, beispielsweise um über Projekte und Meilensteine zu informieren. Bilder und Verlinkungen ergänzen dabei den Inhalt. 
  • Umfragen zur Lead-Qualifizierung: Im Anschluss können Nutzer:innen individuell per Nachricht angesprochen werden. 
  • LinkedIn-Events über die Unternehmensseite: Personen können hier aktiv eingeladen werden. 
  • LinkedIn Thougt Leader Ads: Laut Britta sollten Thought Leader Ads nur verbunden mit Community Management genutzt werden. Außerdem habe ihre Relevanz nachgelassen.

 

Social Selling is the art not to sell. You make them buy.

Britta Behrens

LinkedIn Expertin & Social Selling Virtuosin

Oliver Spitzer: Psychologie / UX

Macht! Mehr böse bitte, liebe Marken.

Oliver Spitzer mit seinem Vortrag auf der OMKMS 2026.

Oliver Spitzer startete seinen Vortrag mit einem provokanten Bild: „Einer ist abgelenkt, vier sterben“ als Warnung vor Ablenkung am Steuer. Das überraschende Ergebnis aus Studien dazu? Menschen fahren danach statistisch gesehen schneller. Der Grund: Das Bild konfrontiert uns mit unserer eigenen Sterblichkeit, und die unbewusste Reaktion darauf ist nicht Vorsicht, sondern ein Gefühl von Kontrolle und Macht über die eigene Situation. Ein eindrucksvoller Einstieg in ein Thema, das Marken selten trauen anzufassen.

Seine These ist so einfach wie sie unbequem ist: Marken spielen zu brav. Emotionen wie Macht, Stärke und eine gewisse „Bösartigkeit“ sind starke psychologische Treiber, die im Marketing kaum genutzt werden, obwohl sie wirken. Dabei geht es nicht um Aggression um der Aggression willen, sondern um Haltung, Handlungsfähigkeit und den Mut, in Krisenzeiten nicht in Deckung zu gehen, sondern zu zeigen, dass man etwas bewegen kann.

Dafür brachte er die Archetypen „hart und smart“ ins Spiel. Als Beispiele aus der Realität nannte er Trump und Elon Musk: zwei Figuren, die man mögen kann oder nicht, aber die genau diese Kombination verkörpern. Hart in der Außenwirkung, smart in der strategischen Selbstinszenierung. Anschaulich gemacht hat er das zusätzlich am fiktiven Duo Bond und Q. Nicht entweder oder, sondern beides gleichzeitig. Marken, die das verkörpern, schaffen einen echten Differentiator in einer Kommunikationslandschaft, die von Harmlosigkeit geprägt ist.

Sein Appell an die Zuhörer:innen war direkt: Zeigt eure Macht. Traut euch, eine Haltung einzunehmen, die auch mal aneckt. Nutzt Stärke nicht nur als Zukunftsversprechen, sondern als etwas, das Kund:innen sich heute schon von euch leihen können. Denn Macht als Markenbotschaft funktioniert nur dann, wenn man sie auch tatsächlich ausstrahlt.

Andreas Frank: Marktplatz

5 Entscheidungen, die deinen Erfolg auf Marktplätzen ausmachen

Andreas Frank OMKMS 2026

Andreas Frank war in diesem Jahr unser Experte für Marktplätze. Er eröffnete seinen Vortrag mit der Aussage, dass Amazon nicht immer die richtige Antwort sei, manchmal könnten auch vermeintlich weniger hochwertige Anbieter wie Temu angemessen sein. Er argumentierte, dass es vorkommen könnte, dass man selbst einen bestimmten Kanal ablehnt, aber dieser dennoch die genau richtige Plattform für das eigene Produkt darstellen kann. Da jeder letztendlich selbst verantwortlich für die Qualität der eigenen Produkte ist, sollte jeder sinnvolle Kanal genutzt werden.

Praktische Tipps gaben Einblicke in die angemessene Arbeit mit Marktplätzen. Beispielsweise dürfen keine Adressen von Marktplatzkund:innen genutzt werden (außer für die Buchhaltung), sie dürfen auf dieser Grundlage nicht angeschrieben werden, sondern müssen ihre Adressen selbst aktiv einreichen. Sein Hack: Versieh versendete Produkte mit einem QR-Code, unter dem Kund:innen ihre Adressen selbst zur Verfügung stellen können und daraufhin kontaktiert werden dürfen.

Sein jedoch wertvollster Tipp in seinem Vortrag: Orientiere Dich am Leben deiner Kund:innen und dem Customer Lifetime Value. Was sind ihre aktuellen Umstände, was können sie auf Grundlage ihrer Bestellung noch gebrauchem? Das Stichwort ist hier empathische Intelligenz. Denn KI ist kein Geschäftsmodell, sie ist lediglich ein Werkzeug. Bei ordentlichen Produktdaten ist sie imstande, Namen, Keywords, Beschreibungen zu generieren. Empathische Intelligenz bleibt jedoch unersetzlich für Erfolg auf Marktplätzen.

 

Marco Rescheleit: Video Advertising

Paid Social Reels Ads mit System: 8 Hebel für echte Performance. Mehr Umsatz – weniger Hustle.

Marco Rescheleit mit seinem Vortrag auf der OMKMS 2026.

Marco Rescheleit räumte gleich zu Beginn mit einem weit verbreiteten Missverständnis auf: Ein Imagefilm ist keine Werbung, und ein Paid Social Ad ist kein TV-Spot. Wer das nicht verinnerlicht, verschwendet Budget. Menschen swipen, oft ohne Ton, und die Aufmerksamkeitsspanne beträgt etwa drei Sekunden. Bis zur 0,7-Sekunden-Marke schauen noch 90 Prozent der Zuschauer:innen, danach wird es schnell dünner.

Die wichtigsten Grundregeln für funktionierende Reels Ads:

  • Hook zuerst: Die Botschaft gehört an den Anfang, nicht in die Mitte. Mit der Tür ins Haus fallen.
  • Textoverlays: Pflicht, damit die Botschaft auch ohne Ton ankommt.
  • CTA: Soll keine Unterbrechung sein, sondern den Text oder das Thema des Videos natürlich weiterführen.
  • Saisonalität: Inhalte und Formate an die jeweilige Saison anpassen.

Ein weiterer Hebel sind visuelle Normbrecher. Das gewohnte 9:16-Format ist Standard, aber manchmal kann ein bewusst „falsches“ Format mehr Aufmerksamkeit erzeugen als das Erwartbare, zum Beispiel ein Splitscreen bei einer Problemlösung. Normbrecher können über Perspektive, Farben, Bildverhältnis, Effekte oder Sounds funktionieren. Stichwort Tiktokifikation: Man kann das kritisch sehen, aber am Ende muss man mit der Zeit gehen.

Beim Copywriting plädierte er klar für Authentizität über Hochglanz. Die Mischung aus kommerziell und authentisch macht den Unterschied, weniger „Brand, Brand, Brand“, mehr Umgangssprache und Friends-Talk. Das Beispiel BitterLiebe zeigte, wie das in der Praxis aussieht: „Blähbauch Ade – Gesundheit von innen“ trifft direkt, ohne Umwege.

Zum Thema Creator-Content warnte er vor dem 0815-Fehler: Wer beliebige Creator:innen bucht, bekommt beliebigen Content. Stattdessen empfahl er den Aufbau einer eigenen Creator:innen-Datenbank mit klarem Prozess von Bewerbung über Onboarding bis zum Briefing. Das Ziel ist On-Brand-Creator-Content, der die Markenästhetik über alle Formate und Kontaktpunkte hinweg trägt und einen Surround-Sound-Effekt erzeugt.

Abschließend stellte er das Konzept des Content Graph Hacking vor, also gezielte Formate und Produktionen, die algorithmisch funktionieren: Gründervideos, Straßeninterviews, Vlogs und Studioproduktionen, wobei er für letztere den Aufbau eines Content Pools empfahl. Zur KI-Videogenerierung gab er eine nüchterne Einschätzung: Aktuell noch ausbaufähig, aber in einem Jahr sieht das wahrscheinlich ganz anders aus.

Stefan Rymar: KI

Knast oder Karriere – Euer Kompass für grandioses Marketing ohne Abmahnung

Stefan Rymar mit seinem Vortrag auf der OMKMS 2026.

Mit dem neuen KI-Gesetz, das im August 2026 in Kraft tritt, wird vieles, was im Marketing bisher als Grauzone galt, plötzlich sehr eindeutig. Stefan Rymar machte das greifbar, ohne trockenes Juristendeutsch, sondern mit einem interaktiven Quiz. Er präsentierte den Zuhörer:innen konkrete Szenarien aus dem Marketing-Alltag und stellte jeweils eine simple Frage: Knast oder Karriere?

Ein Beispiel: Ein KI-Agent plant, erstellt und schaltet autonom Social-Media-Anzeigen für ein Unternehmen. Dabei optimiert er selbständig die Texte und halluziniert Gesundheitsversprechen hinein, weil die Klickzahlen dadurch steigen.

Was denkt ihr?

Antwort anzeigen

Die richtige Antwort ist „Knast„.

 

Die Auflösungen des Quiz waren eindeutig und arbeiteten sich durch vier Bereiche, die Stefan mit dem Spruch „Ihr dürft wieder träumen“ zusammenfasste. Dahinter steckt kein Optimismus, sondern ein Akronym: IP, Datenschutz, Wettbewerbsrecht und Transparenz. Den praktischen Überblick dazu liefert sein KI-Kompass:

Check Kontrollfragen Aktion
IP (geistiges Eigentum) Werden Inhalte verwendet, an denen Dritte Rechte haben könnten? Insbesondere audiovisuelle Inhalte, die womöglich Urheber-, Marken- oder Persönlichkeitsrecht [betreffen] Lizenz erwerben oder Erlaubnis einholen.
Datenschutz Werden Daten von Personen verarbeitet? Werden sie an Dritte (z. B. Online-KI-Tools) weitergegeben? Einwilligung einholen. Ansonsten muss ein Rechtfertigungsgrund nach DSGVO vorliegen.
Wettbewerbsrecht Wird „Quatsch“ erzählt oder getäuscht (Irreführung)? Werden Marktverhaltensregeln gebrochen? Im Wesentlichen wahrheitsgemäß werben und an Regeln halten.
Transparenz Wissen die Kund:innen, dass sie es mit KI zu tun haben? Hinreichend kennzeichnen.

Philipp  Bunk: Social Media

From Chat to Checkout: The Next Era of Customer Engagement

Als Meta-Experte weiß Philipp Bunk: WhatsApp ist die am häufigsten geöffnete App pro Tag, im Schnitt öffnen Nutzer:innen sie 30mal am Tag. Die Öffnungsrate von WhatsApp-Nachrichten liegt bei stolzen 98 %. In SMS-Postfächern finden sich hingegen hauptsächlich Spam- oder ungeöffnete Nachrichten. Die Qualität einer Nachricht ergibt sich aus der Kombination, dass diese expected (als Reaktion auf eine Anforderung), timely (im Sinne einer zeitnahen Reaktion) und relevant sein sollte.

Als Startpunkt der Messaging Journey wurden drei Punkte genannt:

  1. Beispiele für einen Entry point / Re-entry point sind Ads auf Facebook oder Instagram, die einen Link zum Chat beinhalten.
  2. Im Zuge einer In-thread experience kann Kontakt über Kataloge oder Formulare entstehen.
  3. Bei einem Conversion point wird eine Transaktion ausgeführt.

Der Beginn einer Konversation zwischen Nutzer:in und Unternehmen im Chat kann von der/dem Nutzer:in selbst oder vom Unternehmen ausgehen. Selbst initiierte Chats erfolgen in der Regel über Ads auf Facebook und Instagram oder den Servicebereich. Berührungspunkte, die vom Unternehmen ausgehen, verfolgen immer ein Ziel. Dies kann Utility (über Serviceinfos), Marketing (mittels Werbemaßnahmen) oder Authentication (über die Bereitstellung von Einmalpasswörtern oder die Durchführung einer Zwei-Faktor-Authentisierung) sein.

In seiner Präsentation hatte Philipp eindrucksvolle Fallbeispiele mitgebracht, wie Unternehmem von der Chat-Nutzung profitieren konnten.

Mein Success Plan: Define → Align → Go

Philipp Bunk

Client Solutions Manager, Meta

Michael Elschenbroich: Creator / Influencer Marketing

Influencer / Creator Marketing 2026: Wo Content nicht gefällt – sondern verkauft

Michael Elschenbroich mit seinem Vortrag auf der OMKMS 2026.

Michael Elschenbroich startete mit einer Frage, die einfacher klingt als sie ist: Was ist eigentlich ein:e Influencer:in? Die Antwort geht über „jemand mit vielen Follower:innen“ hinaus. Es geht um Vertrauen, Authentizität und die Fähigkeit, Kaufentscheidungen glaubwürdig zu beeinflussen. Genau das macht Creator:innen für Marken interessant, aber auch anspruchsvoll in der Zusammenarbeit.

Influencer:innen-Typen nach Reichweite:

Typ Follower-Anzahl Merkmale
Nano-Influencer 500 bis 5.000 Hohe Engagement-Rate, eng verbundene Community.
Micro-Influencer 5.000 bis 150.000 Effektive Ansprache von Nischenpublikum, hohe Glaubwürdigkeit.
Macro-Influencer 150.000 bis 1 Mio. Große Reichweite, breiteres Publikum.
Mega-Influencer Über 1 Mio. Enorme Reichweite (Promis/Stars), oft geringere Engagement-Raten.

Seine wichtigste Regel: Nicht mit der:m Influencer:in anfangen, sondern mit dem Ziel. Bevor auch nur ein Profil gesichtet wird, müssen Kampagnenziel und KPIs stehen. Reichweite ist dabei kein Qualitätsmerkmal. Micro- und Nano-Influencer:innen liefern in Performance-Setups oft bessere Conversion-Raten, weil ihre Communities aktiver und vertrauensvoller sind. Viele kleine Creator:innen gemeinsam schlagen häufig einen großen Namen.

Bei den Formaten zeigte er die volle Bandbreite dessen, was heute unter Sales Content fällt: Sponsored Content, Unboxing, Affiliate-Links, GRWM-Videos, Giveaways und Behind-the-Scenes-Content. Das Richtige zu wählen hängt immer vom Ziel ab, nicht von der Gewohnheit.

Zum Abschluss sprach er über einen oft unterschätzten Punkt: Warum Kommunikation im Creator Marketing scheitert. Die häufigsten Fehler:

  • Zu vage oder komplexe Briefings
  • Langsame oder inkonsistente Kommunikation
  • Markenrichtlinien, die nicht zum Stil des Creators passen

Wer Creator:innen wie Dienstleister behandelt statt wie Partner:innen, bekommt am Ende auch nur Dienst nach Vorschrift.

Sabrina Kraft: Wettbewerb

Wettbewerbsvorsprung Daten – Wie du mit KI und Echtzeitdaten deine Marketingstrategie revolutionierst

Sabrina Kraft empfahl in ihrem Vortrag, analytische KI als Schlüsselfaktor einzusetzen. Interne sowie externe Datenquellen können dazu beitragen, Marktlücken aufzudecken, Wettbewerbsvorteile zu erkennen, Erfolgshebel zu finden, Szenarien zu betrachten und den Benchmark zum Markt zu berücksichtigen. Die Daten sammeln Unternehmen mittels SEO- und SEA-Tools, Local Intelligence Tools und Ads Intelligence Plattformen.

Durch Datenanalyse kann natürlich auch der Wettbewerb als Orientierung dienen. Kennen Unternehmen das übliche Vorgehen ihrer Konkurrenz auf Grundlage der Trends der letzten Jahre, können sie beispielsweise eigene Produkte kurz vorher bewerben. Dafür können Daten von Reddit, LinkedIn oder LLMs nützlich sein.

Das beste Marketing ist laut Sabrina, ein Magnet zu sein. Wird man selbst als Empfehlung genannt und kann als Gamechanger auftreten, hat man die bestmögliche Position am Markt. Wie gelangt man an diesen Punkt? Durch qualitativ bessere Entscheidungen nach Blick auf die Daten.

Wolfgang Jung: Keynote über Storytelling

Storytelling beginnt bei Dir – Warum persönliche Geschichten die Basis für Business Storytelling sind, das verkauft

Wolfgang Jung mit seiner Keynote auf der OMKMS 2026.

Wir glauben, wir haben einen kleinen Fan. Wie kann man es sich sonst erklären, dass Wolfgang Jung bislang bei jeder einzelnen OMKMS am Start war und einen Wahsinnsvortrag über das Thema Storytelling gehalten hat?

In seinem diesjährigen Vortrag unterschied er im Storytelling-Vorgang zwischen WHY, HOW und WHAT.

  • WHY: Wofür machst Du, was Du machst? Beispielsweise möchte uns Wolfgang mit seinem Vortrag zu besseren Storyteller:innen / Marketer:innen / Menschen machen und weiß, dass wir zu 95 % auf Grundlage von Bildern und Geschichten entscheiden. Also nutzt er diese auch in jedem seiner Vorträge.
  • HOW: Dramaturgie und Aufbau sind natürlich immer individuell, aber ein paar allgemeingültige Tipps gab es für uns: Wenn Du es nicht umsetzt, ist es nichts wert. Authentizität zählt – lass das Make-up weg. Information ohne Emotion verliert. Sprich die Dinge aus.
  • WHAT: Inhalte und Fakten

Und wie immer hatte Wolfgang sehr eindrückliche Beispiele gelungener Storytelling-Werbeclips dabei, bei denen nicht jedes Augen trocken blieb.

Ein großes Dankeschön!

Der erste Dank geht an unsere großartigen Speaker:innen! Ihr habt so viel Expertise und Leidenschaft für Eure Themen auf die Bühne gebracht, genau so haben wir uns das für die Konferenz vorgestellt!

Der zweite Dank  geht an unser top Moderatorenteam Vanessa Wurster und Jan Brakebusch. Ihr habt erneut (!!) super durch den Tag geführt, unsere Speaker:innen bereits bei der Anmoderation ins beste Licht gerückt und unsere Teilnehmer:innen bei Nachfragen zu Wort kommen lassen.

Und was wäre eine Konferenz ohne Teilnehmer:innen… Vielen Dank an alle!

Und Ihr wisst ja: Nach der OMKMS ist vor der OMKMS. Die Planung für die OMKMS 2027 ist bereits im Gange!

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Weitere Recaps zur OMKMS 2026

Wir freuen uns über weitere Recaps mit Lob (und Kritik?) zur OMKMS 2026 von Teilnehmer:innen und Speaker:innen.
Du hast auch ein Recap verfasst und fehlst noch in unserer Sammlung? Dann schreib uns und wir verlinken Dich gern in unserer Sammlung.